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Konzert des Linselles-Orchesters zum Willicher Setadtjubiläum im Schloss Neersen

Konzert im Schloss : Musikalische Weltreise auf Französisch

Das Linselles-Orchester bot am Samstag auf Schloss Neersen hochklassige Musik.

Das große Geburtstagsständchen zum Fünfzigsten der Stadt Willich bot das Linselles-Orchester am Samstagabend im Ratssaal von Schloss Neersen. Dafür hatten acht Musikerinnen und Musiker aus der französischen Partnerstadt ein buntes europäisches Programm zusammengestellt.

Mit der Ouvertüre zu Wilhelm Tell von Gioachino Rossini boten Eric Segers (Trompete), Olivier Bonnet (Posaune), Pierre Delcour (Horn) und Sébastien Castryck (Tuba) einen flotten Einstieg in das Konzert. Als roter Faden zogen sich Werke französischer Komponisten durch das Programm. Der Klarinettist Didier Leleu und Cécile Becaas am Flügel präsentierten zwei Sätze der Sonate für Klarinette und Klavier von Camille Saint-Saëns. Sie zeigten ein einfühlsames Spiel und im zweiten Satz eine Interpretation mit viel Witz.

Die Pianistin und der Tubaspieler nahmen das Publikum auf einen kleinen Ausflug nach Argentinien mit, indem sie von Astor Piazzolla das Stück „Café 1930“ spielten. Im Original wurde das Werk für Flöte und Gitarre geschrieben und es gibt das Stück in zahllosen unterschiedlichen Arrangements. Die Kombination von Klavier und Tuba gehört dabei sicherlich zu den unpassendsten, weder der Tango noch die musikalische Handschrift von Piazzolla kommen dabei wirklich heraus.

Mit der Bearbeitung dem Concerto in Es-Dur für Trompete von Tomaso Albinoni war die musikalische Welt wieder in Ordnung, denn die beiden gewählten Instrumente harmonierten. Mit der Klavierbegleitung konnte der Trompeter sich auch virtuos präsentieren. Die Nuancen des Originals traf die Besetzung der Carmen Rhapsody von Michael Webster sehr gut und die junge Flötistin Juline Roux übernahm dabei die führende Rolle. Einen hierzulande eher unbekannten französischen Komponisten stellte ein Quartett aus Flöte, Oboe (gespielt von Sébastien Dewière), Klarinette und Fagott (Cécile Becaas). Es war Eugène Bozza mit seinem „Lied der Mine“, das den Bergarbeitern im Norden Frankreichs gewidmet ist. Ausdrucksstark von Wehmut und Melancholie bis zu heiteren Stimmungen war das homogene Zusammenspiel der vier.

Die weitere musikalische Entdeckungsreise bot Klänge von André Waignein, Ferenc Farkas, Georges Barboteu – bei denen das Publikum seine Kenntnis von französischen Volksliedern testen konnte – und folkloristischen Tänzen von Jan van der Roost.

Bei diesem beschwingten Ausklang übernahm Philippe Le Meur, der Leiter des in Linselles etwa 60 Musiker umfassenden Orchesters, den Dirigentenstab. Das Publikum spendete kräftigen Applaus und erhielt als Zugabe noch einmal den temperamentvollen Schlusssatz. Der Abend war ein gelungener Einstieg ins Jubiläumsjahr.