Ansprechpartner für Jugendliche Tönisvorst hat jetzt einen Streetworker

Tönisvorst · Konstantin Meier ist der neue Streetworker in Tönisvorst. Er zeigt auf der Straße Präsenz und sucht den Kontakt zu den jungen Leuten. Was er in den ersten Wochen erlebt hat und was er plant.

 Streetworker Konstantin Meier ist Ansprechpartner für die Jugendlichen in der Stadt.

Streetworker Konstantin Meier ist Ansprechpartner für die Jugendlichen in der Stadt.

Foto: Marc Schütz

Direkt nach ein paar Wochen in seinem neuen Job hatte der gelernte Heilerziehungspfleger Konstantin Meier (31) am Tulpensonntag in St. Tönis seinen ersten großen „Auftritt“: Am Rande des Karnevalszuges verteilte er an Jugendliche Wasser und Brötchen, um ihnen eine gute Grundlage für ihr feucht-fröhliches Feiern zu bieten oder aber auch, um Erstversorgung zu leisten. Und die jungen Leute am Straßenrand, besonders auf dem Rewe-Parkplatz, haben seine Unterstützung gern wahrgenommen und teilweise auch das Gespräch mit ihm gesucht.

Konstantin Meier ist seit dem 1. Dezember 2023 in der „Abteilung 9: Kinder und Jugendliche, Streetwork und mobile Jugendarbeit“ angestellt und kümmert sich in seiner für ihn neu geschaffenen Stelle als Streetworker um die Mobile Jugendarbeit in der Stadt. 2011 hat er bei der evangelischen Stiftung Hephata in Mönchengladbach seine Ausbildung als Heilerziehungspfleger begonnen und Wohngruppen in Hephata-Einrichtungen geleitet. Im Anschluss hat der in Nordkirchen geborene junge Mann noch Kindheitspädagogik studiert. Er wohnt in Mönchengladbach, hat sich in St. Tönis und Vorst aber schon gut eingelebt. Er ist ein guter Netzwerker und hat dadurch schon viele Kontakte zu Mitstreitern im Kreis und auch zu jungen Leuten aufbauen können.

Eine gute Jugendarbeit
fußt auf vier Säulen

„In anderen Gemeinden des Kreises Viersen gibt es bereits diese Streetworker-Stellen“, sagt Meier. In Tönisvorst sei die Stelle aus dem Bedarf heraus neu geschaffen worden. In enger Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendamt ist Meier nun dabei, viel Organisatorisches auf den Weg zu bringen: Es müssen Flyer gedruckt und eine Internetpräsenz erstellt werden, auch ein eigenes Logo soll her. Neben Basics, die auf den Weg gebracht werden müssen, um die vier Säulen einer guten Jugendarbeit – das sind die Einzelfallberatung, die soziale Gruppenarbeit, die Gemeinwesenarbeit und die soziale Jugendarbeit – zu etablieren, hat Meier Zeit gefunden „seine Jugendlichen“ zu Karneval vor Ort, auf der Straße zu treffen.

„Ich habe ein T-Shirt getragen, das mich als Streetworker kenntlich machte, und ich habe rund 140 Brötchen und 80 Flaschen Wasser verteilt“, erinnert er sich. Das sei in einer ganz entspannten Atmosphäre geschehen. Unterstützt wurde er am Tulpensonntag vom Schulsozialarbeiter Frederik Bovendeerd von der Rupert-Neudeck-Gesamtschule, der Kondome verteilt hat.

Im Alltag ist Meier zivil gekleidet und ist zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs. „Mittlerweile kenne ich die Plätze und Ecken in der Stadt sehr gut, an denen sich junge Menschen aufhalten“, sagt er. Er steuert diese Orte an, um mit den Jugendlichen ganz niederschwellig und auf Augenhöhe ins Gespräch zu kommen. Heute, wie auch an Karneval, geht es in erster Linie darum, sein Gesicht kennenzulernen und Präsenz in der Stadt zu zeigen. Erstkontakt und kleine Beratungsgespräche sind dabei jederzeit mit Meier möglich.

Für die Zukunft will Meier jedoch offene Sprechstunden und auch Online-Sprechstunden anbieten, die dann zur Einzelberatung gehören. Die Etablierung von Freizeitangeboten sowie erlebnisorientierte Sportangebote hat Meier sich auf seine Liste gesetzt. „Ich liebe alles, was mit Sport zu tun hat. Besonders das Skaten hat es mir seit vielen Jahren angetan“, erzählt der Pädagoge. Diese Freizeitangebote regelmäßig anbieten zu können, wünscht er sich im Rahmen der Gemeinwesenarbeit. Soziale Gespräche und soziale Gruppenarbeit sollen in der Gemeinschaft von jungen Leuten angeboten werden.

Für die Zukunft wünscht sich Meier noch mehr Kontakt mit den jungen Leuten vor Ort, da will er auch weiterhin Präsenz in der Stadt zeigen und Ansprache-Hemmungen auf Seiten der jungen Erwachsenen abbauen. Wenn Meier von seinen Touren durch die Stadt nach Hause nach Mönchengladbach zurückkehrt, entspannt er sich beim Schlagzeugspielen oder auch beim Erstellen von Kurzfilmen. Die Fotografie und der Videoschnitt haben es ihm in der Freizeit angetan.

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