Kommunaler Ordnungsdienst; In Tönisvorst wird aufgerüstet

Tönisvorst : Stadt rüstet den Ordnungsdienst auf

Die kommunalen Mitarbeiter bekommen eine neue Grundausstattung mit Schlagstock, Tierabwehrspray und Handschellen.

Den ruhenden Verkehr überwachen und Knöllchen verteilen oder im Sommer die Öffnungszeiten für die Außengastronomie überprüfen – das war gestern. Heute sind es vielfach alkoholisierte Ruhestörer oder Randalierer, mit denen der Kommunale Ordnungsdienst zu tun hat. Das Ordnungsamt erhält natürlich immer noch Anrufe aus der Bevölkerung, wenn sich wilder Müll in einer Ecke sammelt oder die Scheibe einer Straßenlaterne eingeworfen wurde. Die kommunalen Ordnungshüter sollen aber auch überwachen, ob die Hunde beim Gassigehen ordnungsgemäß angeleint sind oder in der Gastronomie der Jugendschutz eingehalten wird.

Neue Regeln auch für die
Dienstkleidung des KOD

Nachdem der langjährige Leiter des Ordnungsbereiches Wolfgang Schouten in den Ruhestand ging, verantwortet Bürgermeister Thomas Goßen diesen Fachbereich. Und der hat im vergangenen Jahr eine „Neuaufstellung“ angestoßen. Ziel ist es, die Entwicklung der vergangen Jahre zu bewerten und als Resultat auf neue Herausforderungen den Kommunalen Ordnungsdienst weiter zu professionalisieren. Die Stadt müsse in die Qualität der Ausrüstung und in die Ausbildung investieren. Inzwischen wurde die interne Dienstanweisung überarbeitet

Im Moment verfügt die Stadt über drei eigene Mitarbeiter im Kommunalen Ordnungsdienst, darüber hinaus wird auf externe Dienstleister zurückgegriffen. Bald soll der KOD nicht mehr im weißen Polo unterwegs sein, sondern im neuen „Branding“ mit auffallender Folie und Schrift. Auch die Dienstkleidung wurde neu geregelt. Im Außendienst gibt es eine dunkelblaue Thermo-Dienstjacke mit Schutzwesten der Kategorie SK 1. Die Westen sind aus stichhemmenden Material gefertigt. Die Aufschrift „Ordnungsbehörde“ und das Stadtwappen machen die Mitarbeiter nach außen als Vertreter der Stadt kenntlich.

Die größte Änderung ist aber die weitere Ausrüstung. Der kommunale Ordnungsdienst erhält Schlagstöcke, im Behördendeutsch „Einsatzabwehrstöcke“ genannt. Wie Bürgermeister Goßen betont, sei dies eine reine Defensivausstattung. Die Dienstanweisung sehe den Einsatz nur zur Notwehr und Nothilfe vor. Wie Goßen ebenso versichert, erhalte keiner der drei Mitarbeiter den Stock in die Hand, ohne vorher eine entsprechende Ausbildung mit Zertifikat durchlaufen zu haben. Grundsätzlich gelte für den Einsatz, Deeskalation vorzuziehen und notfalls die Polizei hinzuzuziehen.

Außer Schlagstöcken führt der Ordnungsdienst noch Handschellen und Antitierspray mit. Dabei handelt es sich um einen Pfefferspray mit der Aufschrift „Antitierspray“. Ohne diese Bezeichnung wäre Pfefferspray eine Waffe und dürfte in der Öffentlichkeit nicht mitgeführt werden. Ein Fototermin mit dem Kommunalen Ordnungsdienst in Tönisvorst kam aktuell nicht zustande, weil man im Rathaus warten wollte, bis ein weiterer Mitarbeiter seinen Dienst antritt. hd

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