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Kommentar nach dem Parteitag der CDU in Willich

Meinung : Herausforderung für Willicher „CDU-Familie“

Der Willicher Parteichef will die absolute Mehrheit. Gleichwohl gibt es innerhalb der CDU enormen Klärungsbedarf.

Es machte im Stadion bereits die Runde: Sie sei raus, die Spannung aus dem Kommunalwahlkampf 2020 in Willich. In der Tat: Eine Top-Quote für die Wette, dass Christian Pakusch im September Bürgermeister wird, gibt’s nicht. Obwohl er betont, dies sei „kein Selbstläufer“. Pakusch wird selbst nicht an die Möglichkeit einer Niederlage glauben.

Der Parteichef will sogar mehr. Er will die absolute Mehrheit der CDU im Stadtrat. Ihre Reihen müssten sich dazu aber erst wieder schließen; ihre Schlagkraft sich, wie es Kreis-CDU-Chef Marcus Optendrenk anmahnte, „nicht nach innen, sondern nach außen richten“. Die Aufarbeitung unrühmlicher Vorgänge 2020 fordert garantiert noch Kräfte.

Auf Interims-Spitzenmann Guido Görtz wird eine Vermittlerrolle zukommen. Er genießt Respekt und Sympathie bei den Mitgliedern. Pakusch schätzt die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit ihm. Wetten, dass er sich Görtz auch als zukünftigen Fraktionsvorsitzenden vorstellen kann? Dass es Johannes Bäumges, der die Position gut ausfülllt, nach der Septemberwahl bleibt, ist mehr als fraglich. Oder liegt gerade in dieser personellen  Fortsetzung Taktik und  Chance auf einen geeinten Neuanfang? Man wird sehen.

Ab September also noch mehr „Willich gleich CDU. CDU gleich Willich“? Diese Gleichung parteipolitischer Zukunftsgestaltung sollte den Mitbewerbern höchste Motivation verleihen. Mitreden kann man aus der Opposition heraus. Tatsächlich mitgestalten nur, wenn Abstimmungen nicht im Vorhinein klar sind. Ein Regulativ, die ausgleichende Wirkung aufs System, schadet Willich nicht. So gut die Stadt auch dasteht.

Ein Wort zu Bürgermeister Josef Heyes, der am Montag eine Niederlage eingesteckt hat. Er hat seinen  Wunschnachfolger nicht platzieren können. Auf Heyes kommt es in der Befriedung der „CDU-Familie“ besonders an. Auf seine Haltung Pakusch gegenüber, der bewiesen hat, wie sehr er das Amt will. Dass er es auch kann, in Nachfolge von Heyes, trauen ihm viele zu. Spannend, ob es der Amtsinhaber letztlich auch tut.