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Köderfund an der Alperheide: Geht ein Hundehasser in Willich um?

Fund an der Alperheide : Todbringende Hundeköder gefunden

An der Alperheide fand eine Hundebesitzerin ein mit einem scharfen Gegenstand gespicktes Wurststück. Die Polizei wurde eingeschaltet.

Der Februar fängt für die Hundehalter an der Alperheide in Willich nicht gut an. Dort scheint ein Hundehasser unterwegs zu sein. Eine Anwohnerin war am Montagmorgen mit ihrem Hund unterwegs. Auf dem Feldweg, der in Höhe Alperheide 44 abzweigt, machte sie eine Entdeckung, die sie sofort zum Telefon greifen ließ: Ihr Hund hatte zielstrebig ein auf dem Weg liegendes Stück Wurst angesteuert. Doch es handelte sich keineswegs um ein Stück, das irgendwem vom Brötchen gefallen war, sondern vielmehr um einen zielgerichtet ausgelegten Köder.

In dem Stück Wurst, einer Art Salami, steckte ein Metallstück mit einem scharfen Haken am Ende. Die Willicherin konnte ihren Hund daran hindern, das präparierte Wurststück aufzuheben. Sie informierte sofort die Polizei, die kurze Zeit später an der Fundstelle eintraf. Die Beamten nahmen ein Protokoll auf und sicherten das Beweisstück. Die Finderin erstattete Anzeige gegen Unbekannt.

„Bislang ist es die erste Anzeige zu einem solchen Köder, die bei uns einging. Es wurde der Polizei aktuell auch noch kein Schaden gemeldet“, sagt Antje Heymanns, Pressesprecherin der Kreispolizei Viersen. Es komme immer wieder einmal vor, dass im Kreis Viersen mit Gift oder scharfen Gegenständen bestückte Wurst- oder Fleischstücke an den unterschiedlichsten Stellen ausgelegt werden, um damit Hunden, aber auch anderen Tieren, zu schaden. Heymanns bittet in diesem Zusammenhang darum, dass sich die Bürger bei der Polizei melden, wenn sie solche Köder entdecken. Nur wenn gemeldet werde, könne man Häufungen feststellen und dem entsprechend nachgehen, fügt Heymanns an.

Auch wenn es jetzt erst zu einem Fundstück gekommen ist, so wird die Polizei die Alperheide genauer im Blick behalten. Strafrechtlich handelt es sich um eine versuchte Sachbeschädigung, solange noch kein Schaden vorliegt. Kommt allerdings ein Hund oder ein anderes Tier zu Schaden, ist es ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und wiegt damit schwerer.

Auf der Alperheide reagierten die Anwohner sofort. In Eigenleistung brachten sie an verschiedenen Stellen laminierte Hinweisschilder an, die vor den präparierten Ködern warnen. Ob ein Totenkopf mit dem Hinweis „Vorsicht: Giftköder gefunden“ oder die Schilder mit einer ausführlicheren Erklärung – wer an der Alperheide mit seinem Hund spazieren geht, ist gewarnt. Auch über die sozialen Netzwerke laufen Warnungen für das Willicher Gebiet.

„Es ist natürlich kein schönes Gefühl zu wissen, dass hier jemand einen Köder ausgelegt hat. Man ist hochsensibilisiert und passt noch mehr auf“, sagt Frank Meyer, der mit seinem Hund dort ebenfalls unterwegs ist. Seine acht Meter Radius dank Rollleine darf sein Vierbeiner gerade nicht nutzen. Er wird kürzer gehalten, damit im Falle eines Falles schneller eingegriffen werden kann. Die Polizei konnte bei ihrem Vor-Ort-Termin trotz Suche keine weiteren Köder finden.

Hunde können auch Therapeuten und Begleiter für Menschen sein

Die Anwohner und Hundebesitzer sind dennoch sensibilisiert. Sie sind achtsam, was ihre Umgebung angeht. Sollte es sich um einen Hundehasser handeln, wollen alle, dass ihm das Handwerk gelegt wird. Sie finden: Hundehasser sollten daran denken, was die Vierbeiner ihren Besitzern bedeuten, und das nicht nur in ihrer Funktion als Familienhund. Hunde sind auch Therapeuten und Begleiter für Menschen. Blinde Menschen vertrauen ihrem Hund ihr Leben an. Ein ausgebildeter Blindenhund vereinfacht es seinem Besitzer, wenigstens ein Stück weit ein nahezu normales Leben zu führen. Hunde warnen Diabetiker vor einem Insulinschock. Sie können Unterzuckerungen beim Menschen wahrnehmen, bevor diese die Unterzuckerung selbst merken. Therapiehunde für Kinder, der Schulhund, der mit zu einem entspannten Schulklima beiträgt, der Bomben- oder der Rauschgiftspürhund, der Rettungshund, der in der Lage ist, vermisste als auch verschüttete Menschen aufzuspüren – auch ein solcher Hund könnte einen präparierten Köder aufnehmen und elendig daran sterben.