Siebtes Kneipenfestival „Willich live“ : Schlager, Rock und Impro lassen die Stimmung steigen

„Willich live“ bescherte den Wirten der Willicher Lokale Besucher aus der ganzen Region.

Die Fans der neun Bands, die bei der siebten Auflage des Festivals „Willich Live“ in den Cafés, Restaurants und Kneipen spielten, bekamen richtig was um die Ohren. Es war alles dabei, vom klassischen Rock bis zum Reggae, vom Folk bis zu beliebten Schlagern. „Das wird garantiert ein Super-Abend“, sagte zu Beginn der 59-jährige Hubert Langel, der sich gerade in der Gaststätte Op de Eck die Gruppe „Cookie & Friends“ angehört hatte. In der Kneipe war kein Platz mehr frei.

Nur etwa 250 Meter weiter standen dichtgedrängt über 100 Jüngere und Ältere im Bierhaus „Alt Willich“. Dabei hatte das Trio „Akustikhelden“ noch gar nicht angefangen. „Wir freuen uns auf die Gruppe, haben die schon dreimal gesehen“, sagten übereinstimmend Michael Sommer und seine Lebensgefährtin Anja Kunz. Bevor es dort so richtig losging, gönnten sich einige erst einmal beim mobilen Stand von Nobby eine Brat- oder Currywurst.

Einige Gäste kamen nach
einem Klassentreffen zur Party

„Wir wollen jetzt mal durch die Kneipen ziehen, hoffentlich treffe ich dabei viele Willicher“, sagte Josy Opheiden, eine gebürtige Willicherin, die jetzt in Uerdingen wohnt. Sie war mit ihrer Freundin Astrid Adolfs unterwegs. Sie hatten sich gerade die Partyband „Venus“ in der Gaststätte Maaßen angehört, wollten anschließend auch ins „En de Hött“.

Dort waren viele Willicher zusammengekommen, wenngleich diesmal in der Gaststätte neben der katholischen Pfarrkirche St. Katharina keine Station des musikalischen Kneipenbummels war: Es traf sich eine geschlossene Gesellschaft: der Einschulungsjahrgang 1960 der katholischen Willicher Knaben- und Mädchenschule zu einem Ehemaligentreff. Hinterher gingen einige ehemalige Volksschüler gucken, was in den Clubs und anderen Kneipen so los war.

Es war bei den Spaziergängen zu den Bands ganz schön frisch und auf dem holprigen, umgebauten Marktplatz ganz schön dunkel. Gut, dass man kurz zuvor das kleine Teilstück der Peterstraße freigeräumt hatte. Denn dort traten im „Café 50“ das Duo „Brackelsberg & Müllenschläder“ sowie in der Pizzaria „Da Franco“ Massimo Grande und Anna Estera auf. Hier war es anfangs ruhiger. „Die beiden sind stark“, kommentierte dort Jakob Hückels.

Im „Gästehaus Räck“ erschien die angekündigte Band erst gar nicht

Die Besucher kamen von überall her. Aus Roermond war sogar Kevin Giebels mit seiner Freundin Tanja angereist. „Wir haben Freunde in Schiefbahn, die uns dieses Festival empfohlen haben“, erzählt Kevin draußen bei einer Zigarette. Viel los war ebenfalls im „Haus Grootens“, dort improvisierte „Shaby’s ProJam“ mit Jörg Pelzer, in der Gaststätte Krücken („Accuracy“) oder bei Heinz Schiffer („Full Ampere“). „Auf jeden Fall will ich noch tanzen“, auch der Wunsch einer Vierzigjährigen aus Erkelenz wurde erfüllt: Noch bis weit nach Mitternacht ließ es im Tanzbistro „Melody“ die Partyband „Undercover Affair“ krachen.

Etwas verärgert war nur Hildegard Räck, Chefin im „Gästehaus Räck“ an der Fischelner Straße. Dort waren die vier Musiker der Rock-’n’-Roll-Band „Blue Note 66“ angekündigt. Doch die Band erschien nicht. Hildegard Räck: „Den Grund des Ausfalls haben wir nicht erfahren, der Veranstalter hätte sich dafür wenigstens entschuldigen können, aber nichts ist bislang passiert.“

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