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Knast-Neubau in Anrath soll 2023 fertig sein

Knast-Neubau in Anrath soll 2023 fertig sein

Die sogenannte Entwurfsplanung für das Männergefängnis hat begonnen. Beantragt worden ist der Abriss denkmalgeschützter Altbauten.

Anrath. Der damalige NRW-Justizminister Thomas Kutschaty informierte im April 2016 über den lange geplanten Neubau für das Männergefängnis in Anrath. Die finanziellen Mittel — rund 150 Millionen Euro — seien im Landeshaushalt vorgesehen, hieß es damals. Wenn die Abrissgenehmigung für das denkmalgeschützte alte Frauengefängnis vorliege, das seit Jahren leer steht, gehe es an die Feinplanung. Mittlerweile gibt es längst eine neue Landesregierung und einen neuen Justizminister, doch von dem Großprojekt war schon länger nichts mehr zu hören. Die WZ hat deshalb bei Charlotte Narjes, Leiterin der JVA Willich 1, nachgehakt.

Charlotte Narjes leitet seit Juni 2016 das Männergefängnis — JVA Willich 1 — in Anrath. Sie ist verheiratet und Mutter zweier Söhne. Foto: Reimann, Friedhelm (rei)

Wie ist der Stand der Planung: Wann kann mit dem Abriss bzw. den Arbeiten am Neubau endlich begonnen werden?

Charlotte Narjes: Die Meilensteine zum Planungsstand sehen wie folgt aus: Abschluss der Vorplanung war im Dezember 2017 und der Beginn der Entwurfsplanung im Januar 2018. Der Abschluss der Ausführungsplanung ist im vierten Quartal 2018. Zur Bauausführung: Der vorgezogene Abriss eines Werkstattgebäudes zur Vorbereitung von Interimsmaßnahmen erfolgte bereits im Januar und Februar. Mit dem Neubau wird im Anschluss an die Ausführungsplanung begonnen.

Stehen die notwendigen Mittel weiter bereit?

Narjes: Ja.

Liegt die Abrissgenehmigung für das alte Frauengefängnis vor?

Narjes: Die Genehmigung zum Abriss der denkmalgeschützten alten Hafthäuser wurde 2017 beantragt. Die Genehmigung liegt aber noch nicht vor.

Bleibt von den bisher denkmalgeschützten JVA-Bauten überhaupt etwas erhalten? Oder wird der Denkmalschutz für alle Gebäude außer Kraft gesetzt?

Narjes: Der Antrag auf denkmalschutzrechtliche Entwidmung umfasst alle alten Bauten.

Bleibt es bei der damals von Thomas Kutschaty genannten Größenordnung der Planung?

Narjes: Ja. An diesem Standort soll ein Neubau für 400 Gefangene entstehen. Nach Fertigstellung wird das bisherige Männergefängnis abgerissen, dort entsteht dann ein zweiter Neubau für insgesamt 368 Gefangene.

Wann sollen die Arbeiten abgeschlossen sein?

Narjes: Nach dem Stand der Planung sollen die Gebäude im vierten Quartal 2023 fertiggestellt sein.