Kirche: Die Welt in einem Laden

Der Eine-Welt-Laden in der ehemaligen Sakristei der Schiefbahner Pfarrkirche ist renoviert worden.

Schiefbahn. Maria Kuhlen erinnerte sich anlässlich der Wiedereröffnung „ihres“ Eine-Welt-Ladens nach dem Samstagabend-Gottesdienst: „Als er vor elf Jahren eröffnet wurde, machten wir 30 bis 40 Euro Umsatz im Monat. Mittlerweile sind es 400 Euro.“

Der Laden ist gerade gründlich renoviert worden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Doch während ein kommerzieller Händler sich von Investitionen in sein Geschäft vor allem weitere Umsatzsteigerungen verspricht, wünscht sich Maria Kuhlen, dass die ehemalige Sakristei der Pfarrkirche auch zu einem Treffpunkt wird, um über Gott und die Welt zu reden.

Die Übergangszeit in der alten Kaplanei ist vorbei. Die Renovierung konnte dank der Unterstützung des Bistums Aachen und des Schiefbahner Hubertus-Hilfswerks finanziert werden. Der neue Eine-Welt-Laden ist funktional, keinesfalls luxuriös, aber einladend: Statt des alten Teppichbodens, der sich zum Teil gelöst hatte, wurde neuer Laminatboden in Parkett-Optik verlegt, außen wurden zwei Schaukästen montiert, Malerarbeiten sorgen für optische Frische. Der 20 Quadratmeter große Raum ist entrümpelt worden.

„Ich habe ein tolles Team, wir sind insgesamt fünf Frauen“, verriet Maria Kuhlen anlässlich der Neueröffnung. Der Laden sei auch als Ort der Begegnung gedacht. Sie dankte allen, die mit angepackt hatten und wies noch einmal auf den Sinn und Zweck hin, in einem Eine-Welt-Laden einzukaufen: „Wir wollen hier einen kleinen Beitrag zu mehr Gerechtigkeit in der Welt leisten. Der Verkauf verschafft benachteiligten Produzentengruppen auf dem Weltmarkt soziale Entwicklungsperspektiven und kann somit den Kreislauf von Armut und Krankheit durchbrechen.“

Im Laden gekaufte Produkte wie Schokolade, Kaffee, Tee oder Honig ermöglichen es Bauern in Dritte-Welt-Ländern, von ihrer Arbeit leben zu können. Zum fairen Handel gehören feste Preise. Die Landwirte bekommen mehr, als ihnen große Konzerne bezahlen — dafür legen sie mehr Wert auf Ökologie. Auch Kunsthandwerkliches ist zu haben.

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