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KFC Uerdingen darf vorerst nicht in Vorst trainieren

Trainingsmöglichkeiten : KFC Uerdingen darf vorerst nicht in Vorst trainieren

Der KFC Uerdingen darf weiterhin nich beim SV Vorst trainieren. Der Tönisvorster Bürgermeister Goßen will schnellstmöglich mit den Fraktionen über mögliche Vertragsänderungen sprechen.

Zumindest vorläufig muss sich der KFC Uerdingen für zwei Trainingseinheiten pro Woche nach einem anderen Rasenplatz umschauen. Nach der Ratssitzung in Tönisvorst am Mittwochabend bleibt es dabei, dass der SV Vorst den Platz keinen Vereinen außerhalb des Tönisvorster Stadtgebietes zur Verfügung stellen darf. Das bestätigten Bürgermeister Thomas Goßen (CDU) und der 2. Vorsitzende des SV, Michèl Laskowski, auf Anfrage der WZ.

Der SV Vorst hatte für die Ratssitzung einen Antrag gestellt, dass sich die Fraktionen mit dem Thema befassen mögen. Am Donnerstag bestätigte Goßen erneut, dass dies formal nicht möglich sei, weil in dem Thema keine entsprechende Dringlichkeit vorliege, um die Tagesordnung des politischen Gremiums ändern zu dürfen.

Nichtsdestotrotz habe der Bürgermeister den Fraktionen einen Lösungsweg vorgeschlagen. Gegenüber der WZ sagte Goßen, dass die Stadt schnellstmöglich eine Lösung finden will. In Kürze soll es informelle Gespräche mit Politik und Vereinen geben. „Sollte eine Vertragsänderung angestrebt werden, können wir diese in den Gesprächen vorbereiten und allen Beteiligten die rechtlichen Hintergründe erläutern“, so Goßen. Der formale Weg sähe so aus, dass die Stadt das Thema erst am 25. Februar im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing, Gebäudemanagement und Liegenschaften (WiStaGeLi). Wie berichtet, kann nur dieser Ausschuss den Pachtvertrag über die Sportanlage mit dem SV Vorst ändern.

Konkret geht es darum, dass im Vertrag geregelt ist, dass der Platz nur von Tönisvorster Vereinen genutzt werden dürfe. Der SV hat dem Drittligisten aus Krefeld den Vorster Rasenplatz aber schon seit November für „maximal zwei Trainingseinheiten pro Woche“ zur Verfügung gestellt – als „Nachbarschaftshilfe“, wie es der 2. Vorsitzende ausgedrückt hat. Eine vertragliche Vereinbarung darüber gebe es nicht. Laut Michèl Laskowski hatte der KFC Uerdingen den Vorstern unter anderem ein Freundschaftsspiel gegen das Bezirksligateam als „Dankeschön“ zugesagt (die WZ berichtete).

Thomas Goßen machte deutlich, dass es letztlich Sache der Politik sei, diesen bestehenden Vertrag zu ändern, um dann auch das KFC-Training in Vorst zu ermöglichen. „Für uns als Verwaltung geht es darum, im Sinne einer Gleichbehandlung aller Vereine zu handeln“, so der Bürgermeister. Und in den entsprechenden Pachtverträgen mit allen Vereinen gebe es nun mal den Passus zum Tönisvorster Stadtgebiet.

Michèl Laskowski hofft nun in der Tat auf eine schnelle Lösung, denn nach seinen Angaben könnte der KFC Uerdingen ab etwa März ohnehin wieder in heimischen Gefilden trainieren. Derzeit suche der Profiverein, der unter anderem von Manager Stefan Effenberg geführt wird, Ausweich-Plätze, weil der Zustand des Rasens in der heimischen Grotenburg so schlecht sei. „Jetzt ist unsere Kooperation erstmal ausgesetzt, was ich sehr schade finde“, so Laskowski.