Kerkhoff: Prozess im Juni

Die Deutsche Initiative prüft Schritte gegen das Bistum Aachen. Der Willicher Pfarrer war schon kurz nach dem Zwischenfall von der Südafrikanischen Bischofskonferenz von seinem Amt suspendiert worden.

Willich. Die Fortsetzung des Prozesses gegen den aus Willich stammenden Pfarrer Georg Kerkhoff in Südafrika ist auf Juni verschoben. Das meldet die südafrikanische Zeitung "Star". Kerkhoff ist angeklagt, fünf Jungen sexuell belästigt zu haben.

Drei von ihnen haben vor einer Kamera ausgesagt, zwei sind mit ihren Familien nach Deutschland zurück gegangen. Sie sollen im Fortgang des Verfahrens per Video-Konferenz zugeschaltet werden.

Es sei nicht klar, wer dem Geistlichen geholfen habe, das Verfahren in die Länge zu ziehen, heißt es. Die Polizei schätzt die Gesamtkosten auf rund eine Million Rand, rund 100.000 Euro.

Der Willicher Pfarrer war schon kurz nach dem Zwischenfall von der Südafrikanischen Bischofskonferenz von seinem Amt suspendiert worden. Die Bischofskonferenz kündigte zudem an, den Vorgang dann aus kirchlicher Sicht zu untersuchen, wenn die strafrechtliche Würdigung abgeschlossen sei.

Die deutsche Initiative gegen sexuellen Missbrauch mit ihrem Vorsitzenden Johannes Heibel überlegt derweil, das Bistum Aachen juristisch zu belangen. Es habe Hinweise darauf gegeben, das Kerkhoff "Jungen mag". Diese seien nicht ernst genommen worden, und das über zehn Jahre lang.

Im Gegensatz zu manch anderen katholischen Geistlichen fand Erzbischof Buti Tlhagale in einer Predigt deutliche Worte: "Die frohe Botschaft, die wir verkünden, klingt so hohl angesichts dieses Fehlverhaltens. Viele, die zu Priestern als Vorbilder aufgeschaut haben, sind beschämt und enttäuscht. Das Vertrauen ist zerstört." Er wünsche sich zwar, dass es nur einige "faule Äpfel" gäbe, befürchte allerdings, dass es mehr seien.

Mehr von Westdeutsche Zeitung