Keine Lösung im Streit um Busverkehr

Mönchengladbach will Linien weiter streichen — was Irene Wistuba (FDP) heftig kritisiert.

Kreis Viersen/Willich. Keine guten Nachrichten konnte der für den Nahverkehrsplan zuständige Kämmerer des Kreises Viersen, Thomas Heil, den Mitgliedern der FDP-Kreisfraktion übermitteln. Heil berichtete, dass insbesondere die Stadt Mönchengladbach als Eigentümer der NEW Mönchengladbach die kreisinternen Linien 011, 012, 038 sowie SB 88 zum Dezember 2019 nicht mehr betreiben will. Unter anderem die Willicher Ortsteile Neersen und Anrath samt der Schülerverkehre wären mit der dort verlaufenen Linie 038 betroffen.

Noch im Dezember hatte Landrat Andreas Coenen (CDU) nach einem Telefonat mit Mönchengladbachs Oberbürgermeister Hans Willi Reiners (CDU) erklärt, in dem Streit zeichne sich eine Lösung ab. Doch davon kann derzeit wohl keine Rede mehr sein: Thomas Heil teilte der FDP-Fraktion mit, dass sich die Gespräche mit der Gladbacher Verwaltungsspitze in einer Sackgasse befänden und zum Teil mit sehr harten Bandagen geführt würden.

„Eine Einigung ist derzeit in weiter Ferne, da die Stadt Mönchengladbach aus wirtschaftlichen und strategischen Gründen nur noch die Linien betreiben will, die der Vitusstadt direkt dienlich sind. Dies sind im Grunde die nach Mönchengladbach hinein- bzw. herausführenden Linien“, sagte Thomas Heil.

FDP-Kreisfraktionschefin Irene Wistuba ist über das resolute Vorgehen der Stadt Mönchengladbach sehr verärgert. „Es kann nicht sein, dass man sich beim ÖPNV nur die Filetstücke rauspicken will.“

Mit ebenso fadenscheinigen Begründungen wehrten sich die Gladbacher schon gegen die Verlängerung der Regiobahn (S 28) zwischen dem Kaarster See und der Stadt Viersen. „Wir müssen den Eindruck gewinnen, dass hier pure Egoismen bei CDU und SPD die Vernetzung einer Region verhindern“, sagt Wistuba. WD

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