Kaserne Forstwald in Dauerschleife

Bürgermeister Goßen soll sich vor weiteren Konzepten nach Kaufsumme und Altlasten erkundigen.

St. Tönis. Es ging im Tönisvorster Bau-, Energie-, Verkehrs- und Umweltausschuss um die schon lange stillgelegte Kaserne im Forstwald. „Der Antrag ist einfach nur Kokolores“, konnte Alexander Decher (CDU) dort nur den Kopf schütteln.

Kokolores steht für Blödsinn, Unsinn. Decher erklärte sein Urteil: „Derzeit ist dort Wald, jetzt sollen wir dafür bezahlen, dass daraus in Teilbereichen ein konzeptionell gestalteter Wald entsteht?“ Dies war seine Reaktion auf ein Ansinnen der SPD, einen Teilbereich „möglichst pflegearm“ aufzuforsten, damit zukünftig dort Menschen spazierengehen, Gedenkbäume setzen oder Hochzeitspaare Bäume pflanzen können.

Joachim Kremser (SPD) erklärte den Antrag seiner Fraktion: Man müsse das Thema jetzt mal wieder aufgreifen, neue Gespräche über eine Kaufsumme mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) führen. „So wie es jetzt ist, macht das Ganze doch keinen Sinn, sind große Bereiche eingezäunt.“ Auch müsse man nach den Verhandlungen mit dem Eigentümer mögliche Fördergelder bei einer Aufforstung prüfen und dann im Planungsausschuss das Weitere beschließen.

Kremser ist zugleich Vorsitzender des Planungsausschusses. Wie gesagt, eine Wohnbebauung war zum gegenwärtigen Zeitpunkt auch für die Tönisvorster SPD kein Thema. Zumal auch Bürgermeister Thomas Goßen daran erinnerte, dass man dort einst über acht Bauplätze nachgedacht habe, aber davon Abstand nahm, als man bis zu 60 Zentimeter tief auskoffern musste und Altlasten befürchtete.

Bereits 2009 hatte die Politik gesagt, daher die Verkaufsverhandlungen nicht weiter zu führen. „Als irrsinniges Projekt“ bezeichnete Kremer jetzt selbst erste Überlegungen der Stadt Krefeld, dort vielleicht doch noch auf einer Fläche von etwa zehn Hektar rund 165 Wohneinheiten zu errichten, neben einer Kita. Aber auch Krefeld will noch mit dem Eigentümer über den Kaufpreis verhandeln.

Alexander Decher schloss nicht aus, dass selbst bei einer Aufforstung Areale dort ausgekoffert werden müssten, zu Lasten des oder der neuen Eigentümer. Dazu wurde vor vielen Jahren ein Bodengutachten erstellt, das jetzt den Kommunalpolitiker zur nächsten Niederschrift zugesendet wird.

Herbert Derksen (GUT) glaubt übrigens nicht an gefährliche Altlasten, die man dort findet. „Vielleicht ein Paar Ölsardinen aus der früheren Kantine der Kaserne“, sagte er etwas überspitzt.

Jetzt erhielt erst einmal der Bürgermeister den Auftrag, Details über die weitere Vorgehensweise, über die Altlasten, die Kaufsumme vom BImA zu erfahren und einmal so eine Art Wirtschaftlichkeitsberechnung bei einer teilweisen Aufforstung aufzustellen.

Jörg Friedenberg, der kommissarische Fachbereichsleiter, sprach noch einmal das geplante Stadtentwicklungskonzept an: „Vielleicht ist es sinnvoll, den Bereich dort mit hinein zu nehmen“, sagte er . Ende offen, der Punkt wurde vertagt.