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Karneval: Sicherheitspläne in Anrath und St. Tönis

Tulpensonntag : Karneval: Sicherheitspläne für Anrath und St. Tönis

In St. Tönis und Anrath haben die Städte Vorsorge getroffen, um bei den Zügen auf die Einhaltung von Glasverbot und Jugendschutzgesetz zu achten.

Egal welcher Schlachtruf, ob Helau, Klappertüüt oder Alaaf – eines hat die fünfte Jahreszeit landauf und -ab gemein: Es wird geschunkelt, getanzt, gebützt und gefeiert. Besonders im Straßenkarneval geht es ausgelassen zu, manchmal auch mit unangenehmen Begleiterscheinungen. Weshalb es schon seit Jahren in den Kommunen ein Glasverbot bei den Zügen gibt. Wie am Tulpensonntag in Anrath. Der Zug startet  um 13.11 Uhr. Die Stadt Willich weißt daraufhin, dass in diesem Jahr wieder eine Glasflaschenverbotszone um die Kirche eingerichtet wird. Dass dieses Verbot eingehalten wird, dafür wollen die Veranstalter, Polizei und 15 Mitarbeiter des Ordnungsamtes der Stadt Willich sorgen. Aber auch darauf, dass die Jugendschutzbestimmungen eingehalten werden.

„Das bereits seit Jahren gültige Glasflaschenverbot gilt für alle Altersklassen und dient insgesamt dem Schutz aller Zugbesucher vor Verletzungen“, sagt Stephan Adams, Geschäftsbereichsleiter Einwohner und Ordnung der Stadt Willich. Der Verbotsbereich beginnt jeweils an den Absperrungen an der Neersener Straße in Höhe Dimbkesfeld, an der Kreuzung Viersener Straße und Franz-van-Kempen-Straße, an der Jakob-Krebs-Straße im Bereich Kirche, an der Passage zur Sassengasse und an der Schottelstraße vor dem Kreisverkehr. Dazu werden Taschen- und Rucksackkontrollen angekündigt und, „falls erforderlich, auch Leibesvisitationen durchgeführt“. Bei den Glasflaschen spielt es auch keine Rolle, ob sie Alkohol oder andere Getränke enthalten. Werden Flaschen gefunden, so landen sie in den extra bereitgestellten Müllbehältnissen.

Drogen wie Haschisch
und Co. sind auch verboten

Doch nicht nur Glasflaschen nehmen die Ordnungskräfte ins Visier. Wer gegen das Betäubungsmittelgesetz verstößt, also Haschisch, Marihuana, Cannabis und Co. konsumiert oder verkauft, muss mit rechtlichen Konsequenzen rechnen.

Doch das Hauptaugenmerk der Behörden liegt auf dem Jugendschutz, so Adams. Weshalb acht Mitarbeiter des Jugendamtes an zwei Standorten zu finden sind. „Das ist einmal im Bauwagen des Teams Streetwork/Mobile Jugendarbeit unmittelbar an der Kirche und in der Albert-Schweitzer-Schule“, sagt Susanne Kamp, Leiterin des Jugendamtes. Im Bauwagen fänden Jugendliche Trost bei Problemen, könnten sich aufwärmen und sich mit den Mitarbeitern unterhalten. In der Schule dagegen kümmern sich die Mitarbeiter um diejenigen, die von der Polizei aufgegriffen worden sind. Einmal, weil sie alkoholisiert oder anderweitig berauscht sind oder weil sie sich nicht an die Jugendschutzregeln (siehe Kasten) gehalten haben. „Wir kümmern uns um die jungen Leute bis ihre Eltern sie abholen. Und stehen auch für ein Beratungsgespräch zur Verfügung“, erklärt Kamp.

Diese großangelegten Kontrollen werden nicht jedes Jahr durchgeführt, sagt die Jugendamtsleiterin. „Damit soll die Erinnerung an die Regeln in die Köpfe gebracht werden. Wir haben festgestellt, dass diese Einsätze länger nachwirken“, so ihre Erfahrung. Die letzte Jugendschutzkontrolle sei vor fünf oder sechs Jahren gemacht worden. Vor Ort ist aber auch das Deutsche Rote Kreuz, um verletzte oder alkoholisierte Zugbesucher medizinisch zu versorgen.

Für den Tulpensonntagszug in St. Tönis hat die Stadt ebenfalls Vorsorge für die Sicherheit getroffen. Start ist am 23. Februar um 14.11 Uhr auf der Gelderner Straße. Städtische Bedienstete und Mitarbeiter einer Security-Firma werden in den Sicherheitszonen bei Rewe und auf dem Parkplatz Willicher Straße unterwegs sein. „Dabei geht es um Präventionsarbeit, um den Schutz von Besuchern und Einwohnern zu sichern“, sagt Stadtsprecherin Catharina Perchthaler auf WZ-Anfrage. Zudem werde auf die Einhaltung des Glasverbotes, das von von Sonntag, 8 Uhr, bis Montag, 8 Uhr, gilt, geachtet. Das Kreisjugendamt und zwei Sozialarbeiter werden ebenfalls unterwegs sein, um die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes durchzusetzen. „Deeskalation durch Präsenz“ stünde hinter den Aktionen, so Perchthaler.

Zwölf THW-Mitglieder sind in die Verkehrslenkung eingebunden und 34 Sanitäter vom Deutschen Roten Kreuz und Johannitern. Diese würden sich, so die Erfahrung, weniger um alkoholisierte Menschen kümmern müssen. „Im vergangenen Jahr hatten wir 51 Notfälle, wie Herzinfarkte, Schlaganfälle, Stürze, Verletzungen durch Schlägereien“, berichtet die Stadtsprecherin. Und auch die Feuerwehr sei in das Sicherheitskonzept eingebunden.