Karneval: Faire Lösung gesucht

Karneval: Faire Lösung gesucht

Die Stadt genehmigt nur noch einen Tönisvorster Zug. Eine Idee macht nun die Runde: Er soll sonntags wechselnd in Vorst und St. Tönis stattfinden.

Tönisvorst. 90 Sport- und Kulturvereine, Freundeskreise, Kegelklubs und Straßengemeinschaften haben in den nächsten Tagen ein Schreiben in der Post, auf dem sie mehr als ein Kreuzchen machen können, ja sollen.

Die Kreuzchen haben mit der bevorstehenden Bundestagswahl nichts zu tun. Unterzeichner sind weder Politiker oder Parteien, sondern das Tönisvorster Karnevals Komitee — Jürgen Schmitz, Vorstand des TKK, und Daniela Hüskes, Präsidentin der Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Vorst. Beide stoßen eine Umfrage an, „mit der die Weichen für die zukünftige Ausrichtung des Tönisvorster Straßenkarnevals gestellt werden“ soll.

Im Klartext heißt es für Klappertüüt und Helau in Zukunft: Die Stadt Tönisvorst wird nur noch einen Zug genehmigen, den Tönisvorster Karnevalszug. Nach Randale-Jahren am Rande des Vorster Nelkensamstagszuges hatte die Kreispolizei die Sicherheitsanforderungen für den kleineren Stadtteil zwischenzeitlich deutlich verschärft und die Durchführung an dem Traditionstag untersagt.

Mittlerweile gilt wieder die selbe Sicherheitsstufe in Vorst wie in St. Tönis, was bedeutet, das der Tönisvorster Zug in beiden Stadtteilen ziehen könnte.

Das hat Hoffnungen beim Vorster Vereinskomitee und bei der KG Rot-Weiß Vorst geweckt: „Wir haben deshalb einen Antrag an das TKK gestellt, als fairste Lösung für beide Stadtteile den Zug wechselseitig ein Jahr in Vorst und ein Jahr in St. Tönis einheitlich am Tulpensonntag durchzuführen“, sagt Daniela Hüskes.

Diese Idee will man nun bei Karnevalisten, Zugteilnehmern und Bürgern abklopfen. „Durch die Verschmelzung der beiden Stadtteilzüge erhoffen wir uns einen größeren Karnevalszug mit Teilnehmern beider Stadtteile“, betont Daniela Hüskes. Wenn die Vorster nur alle zwei Jahre in Vorst und die St. Töniser nur alle zwei Jahre in St. Tönis mitzögen, wäre ja nichts gewonnen, so Schmitz und Hüskes.

Die befragten Gruppen und Vereins können sich nun überlegen, ob sie grundsätzlich den regelmäßigen karnevalistischen Ortswechsel unterstützen wollen und in welcher Gruppenstärke sie wo auflaufen werden. Ab dem 15. Oktober werden ihre Antworten ausgewertet. „Einen 30. Nelkensamstagzug wird es in Vorst wohl nicht mehr geben, aber vielleicht den ersten Tönisvorster Karnevalszug“, sagt Daniela Hüskes.

Die WZ will mit der Rollenden Redaktion bereits am Donnerstag die karnevalistische Stimmungslage ausloten. WZ-Mitarbeiter Tom Krebs parkt das WZ-Mobil am Vorster Marktag an der Kirche und sammelt zwischen 14.30 und 15.30 Uhr Stimmen und Meinungen zu der Zukunft des Tönisvorster Straßenkarnevals. Ausgedruckte Fragebögen der Karnevalisten sind auch am WZ-Mobil zu bekommen. Im Netz kann sich jeder an der Online-Umfrage beteiligen.