Kampf gegen Dauer-Brummen

Bürger aus Willich will Initiative gründen.

Willich. Seit fast zwei Jahren leidet Uwe Butzen (45) unter einem Phänomen, dessen Ursache er bis heute nicht richtig erklären kann: Sobald er bei sich zu Hause in Alt-Willich ist, hört er einen andauernden Brummton. Anfangs glaubte er noch, Arbeiten auf den angrenzenden Feldern oder eine in der Nachbarschaft liegende Recyclingfirma seien dafür verantwortlich.

Doch das bestätigte sich nicht. Als er nach Monaten verzweifelt „Brummton nervt“ als Suchbegriff in seinen Computer eintippte, stellte er fest: „Ich bin nicht der einzige Betroffene.“

„Das Phänomen ist seit rund 30 Jahren bekannt“, sagt Butzen. Immer wieder gebe es Klagen von Menschen, die in Betrieben in ihrer Nachbarschaft den Verursacher dieses Dauer-Brummens vermuteten — so zum Beispiel in Krefeld im Umfeld der Firma Siempelkamp oder in der Nachbarschaft des Getränkeherstellers Valensina in Mönchengladbach.

In all diesen Fällen wurde durch Untersuchungen zwar die Schallbelastung festgestellt — die Betriebe selbst waren aber nicht der Verursacher. Die Betroffenen blieben deshalb ratlos zurück.

Uwe Butzen will sich damit nicht abfinden. Durch den Akustikprofessor Frank Kameier von der Fachhochschule Düsseldorf hat er Messungen an seinem Haus in Willich durchführen lassen. Ergebnis: Eine Frequenz von 19,8 Herz konnte tatsächlich festgestellt werden. „Ich bin also kein Spinner“, betont Butzen. Gemeinsam mit dem Professor versucht er nun, diesem Phänomen auf den Grund zu gehen.

Seiner Meinung nach ist als Ursache mit hoher Wahrscheinlichkeit von Vibrationen technischer Anlagen auszugehen, die durch das Erdreich auf die Gebäude übertragen werden. Das hätten Untersuchungen ergeben, die das Landratsamt Ebersberg (Bayern) in Auftrag gegeben hatte. Dort gibt es ebenfalls Bürger, die unter dem Dauer-Brummen leiden.

Uwe Butzen möchte nun mit anderen Betroffenen eine Initiative zur Aufklärung und Abwendung der Schallbelastung gründen. Betroffene können sich bei ihm unter Telefon 01575/1443629 melden.

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