Tönisvorst: Kamelle-Zielwerfen im Akkord

Tönisvorst: Kamelle-Zielwerfen im Akkord

Tönisvorster Prinzessinnen traten bei Boves gegen Vereins-Teams an.

St. Tönis. „Achtung, fertig, los!“, schallte es am Samstag durch die Gaststätte Boves an der Krefelder Straße. Das Tönisvorster Karnevals Komitee (TKK) hatte das Lokal für das traditionelle Kamelle-Zielwerfen gemietet. Der Erlös des Abends fließt mit in die Finanzierung des Tulpensonntagzugs in St. Tönis.

„Wie in jedem Jahr gab es ein paar Wenige, die das Gerücht verbreitet haben, dass der Zug nicht stattfinden wird. Der Zug findet statt“, stellte Dieter Hackstein, Vorstand des TKK, klar. Das Komitee hat die Stadt hinter sich, die sich mit darum kümmert, dass der Zug ziehen wird.

Keine Sorge darum also am Samstag, sondern Zeit für Spaß: Und den hatten alle vor Ort. 13 Zweierteams traten an, angefeuert von Freunden und Fans. Die Teams traten für ihren Verein an. Am Start natürlich auch die amtierenden Tönisvorster Prinzessinnen, Nicole II. und Kinderprinzessin Jill I.. Sie legten in jeder Runde vor. Geworfen wurde im Akkord mit Kamelle, Bällen und Schwämmen. Nach jedem Durchgang mit drei Wurfgeschossen wurde die Zielöffnung kleiner. Zwischenzeitlich kam die Frage auf, woher denn die Bälle wären: „Na, aus dem Bällebad von Ikea“, lautete die launige, aber natürlich nicht ernst gemeinte Antwort.

Jeder Treffer wurde bejubelt. Traf ein gegnerisches Team nicht, wurde es dagegen gründlich geneckt: „Die können ja nicht treffen. Zu dicke Finger.“

Jeder Verein wollte gewinnen oder zumindest unter die besten Drei kommen. Für die Besten gab es je einen Gutschein für ein 10-Liter-Fass Bier und einen Pokal. Das Gewinner-Team darf den Wanderpokal für ein Jahr sein Eigen nennen. Außerdem wird es mit einer Gravur darauf verewigt.

Die Rivalität unter den Vereinen — Jugendkarnevalsverein (JKV), Fies Gelb, Prinzengarde, die Treuen Husaren, Rot-Weiß Vorst — blieb den ganzen Abend über freundschaftlich fröhlich. Jeder wurde zum Schiedsrichter, blickte mit Adleraugen auf die Werfenden: „Du bist über die Linie getreten!“ oder „Der Treffer war nach der Zeit!“

Prinzengarde, Treue Husaren und die Nachtfalter statteten dem Kamelle-Zielwerfen einen Besuch ab und beschenkten die Anwesenden mit einem Ständchen. „Wir würden euch ja gerne was vortanzen. . . Aber dafür ist hier nicht genug Platz“, lautete der Grund für Ständchen statt Tänzchen.

Gewonnen haben das Kamelle-Zielwerfen die Treuen Husaren, gefolgt von den Ex-Ministern und dem TKK. tab

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