„Josef Heyes muss sich zuerst erklären“

„Josef Heyes muss sich zuerst erklären“

Mit den Kandidaten für die Kommunalwahl 2020 beschäftigt sich die Willicher CDU ab Juli. Vorsitzender Christian Pakusch strebt eine gute Mischung an.

Willich. Über Streit und Stimmung in der CDU und über sein Verhältnis zu Bürgermeister Josef Heyes hat der Willicher CDU-Vorsitzende Christian Pakusch im ersten Teil des WZ-Interviews gesprochen. Im zweiten Teil geht es heute um die Vorbereitungen für die nächste Kommunalwahl und um die Auswahl der Kandidaten.

Die nächste Kommunalwahl ist für September 2020 terminiert. Hat die CDU mit den Vorbereitung für den Wahlkampf schon begonnen?

Christian Pakusch: In diesem Jahr beschäftigt sich nicht nur die Bundes- CDU mit einem neuen Grundsatzprogramm, sondern auch die Willicher CDU. Hier sind wir auf einem sehr guten Weg. Unsere Vereinigungen, die Fraktion und der Vorstand haben unter der Leitung von Paul Schrömbges schon viele Ideen zusammengetragen. Nach der Sommerpause diskutieren wir das Programm mit unseren Mitgliedern. Sie sollen sich auch einbringen können. Im Dezember soll es eine Mitgliederversammlung dann beschließen. Des Weiteren bieten wir neue Veranstaltungsformate mit unserer „Mobilen Bürgerrunde“ und der Sommertour an. Mir ist wichtig: Wir sind nicht erst präsent, wenn wir kurz vor einer Wahl stehen, sondern die CDU Willich ist immer ansprechbar und gestaltet.

Und wann soll über die Kandidaten für die einzelnen Wahlkreise gesprochen werden?

Pakusch: Im Juli haben wir mit dem Parteivorstand eine Klausurtagung. Auf dieser wollen wir darüber sprechen, wie wir unser Team zusammenstellen. Wo wollen wir Schwerpunkte setzen? Aber auch in einem Prozess sicherstellen, dass potenzielle Kandidaten wissen, die Übernahme eines Mandats bedeutet die Übernahme von Verantwortung und ist zeitintensiv. Mein Ziel: Ein Team aus Jung und Alt, Frau und Mann, Müttern und Vätern, Selbstständigen und Angestellten oder auch Rentnern. Die Mischung ist entscheidend. Wir müssen unsere Gesellschaft widerspiegeln, damit wir unser Ohr immer an allen Teilen der Willicher Bevölkerung haben. Die Wahlkreisbesetzung wird Anfang 2020 erfolgen. Beim letzten Mal haben wir uns rund ein halbes Jahr vor der Wahl festgelegt. Das letzte Wort bei der Besetzung der Wahlkreise hat unser höchstes Parteigremium: die Mitgliederversammlung. Sie entscheidet über jeden einzelnen Wahlkreis.

Steht schon fest, mit welchem Kandidaten für das Bürgermeister-Amt die CDU antreten wird?

Pakusch: Nein. Und das werden wir auch nicht in Kürze festlegen. Mit Josef Heyes haben wir einen erfahrenen und erfolgreichen Bürgermeister. Bis zur Kommunalwahl sind noch über zwei Jahre Zeit. Er muss sich zuerst erklären. Zum Zeitplan gilt auch an dieser Stelle: Bürgermeister und die Mannschaft für den Stadtrat können nur gemeinsam gewinnen.

Aber gesprochen wird darüber hinter den Kulissen schon?

Pakusch: Klar wird darüber gesprochen. Ich habe aber den Eindruck, dass bei den anderen Parteien und Fraktionen intensiver hierüber beraten wird als in unseren Reihen. Es freut mich sehr, dass der Parteivorstand mich in dieser Frage unterstützt, indem wir uns auf Sacharbeit konzentrieren und nicht nur über Personal diskutieren.

Wie würde eine Kandidaten-Kür formal ablaufen: Gibt es ein internes Auswahlverfahren mit anschließender Wahl durch einen Parteitag? Möglicherweise sogar mit Kampfabstimmung?

Pakusch: Natürlich werden wir uns in der Partei darüber austauschen, wie wir in die Kommunalwahl starten. Auch hier gilt, am Ende hat die Mitgliederversammlung das letzte Wort; und hier hat jedes Mitglied eine Stimme. Sollte es mehrere Bewerber geben, sehe ich das nicht als Kampfabstimmung, sondern als demokratischen Wettbewerb.

Wann steht das Personal-Tableau der CDU fest?

Pakusch: Aschermittwoch fällt 2020 auf den 26. Februar. Ich bin mir sicher, dass nach diesem Datum unsere Mannschaft steht.

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