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Innenstadt: Wie geht es in Vorst weiter?

Innenstadt: Wie geht es in Vorst weiter?

Erneut diskutierte der Planungsausschuss über einen Parkplatz westlich der Kuhstraße. Zuvor hatte es einen Rundgang gegeben.

Vorst. Der Planungsausschuss hatte seine Sitzung ins alte Vorster Rathaus verlegt, weil er zuvor durch die Ortsmitte von Vorst gegangen war. An dem Rundgang beteiligten sich außerdem Mitglieder des von Helge Schwarz (SPD) angeführten Bau- und Verkehrsausschusses. Es ging im Wesentlichen um das von vielen betroffenen Eigentümern abgelehnte Vorhaben, einen Parkplatz westlich der Kuhstraße anzulegen und eventuell eine Bebauungsmöglichkeit auf den hinteren Gartengrundstücken zu ermöglichen. Dies wollen viele Anwohner nicht.

Dennoch hielt der Ausschuss grundsätzlich an der Absicht fest, sagte aber den Anwohnern, dass vorläufig an eine Realisierung nicht gedacht sei. Rund ein Dutzend Eigentümer verfolgten diese Debatte; eine Dame kommentierte: „Noch haben wir das Vertrauen, dass unsere Grundstücke so bleiben, wie sie sind.“

Seit Jahrzehnten machen sich Rat und Verwaltung Gedanken über eine bessere städtebauliche Entwicklung der Vorster Ortsmitte, einbezogen den Verkehr und die Parkplatzproblematik. „Wir müssen jetzt erst einmal über alles neu nachdenken und dies alles auf eine breite Basis stellen“, wünschte für die CDU Christiane Tille-Gander. Demnach sollen Verwaltung, Bürgerschaft und die Politiker zusammenkommen, um realistische Zielvorgaben aufzustellen. So etwas wie in den Jahren 2005 und 2006, als einige beschlossene Dinge später überhaupt nicht umsetzbar gewesen seien, dürfe sich, so Tille-Gander weiter, nicht wiederholen.

Die Verwaltung hatte selbst davon gesprochen, dass alte Planungen im Kern von Vorst dringend einer Überarbeitung bedürften, vor allem der Innenbereich zwischen Kuh- und Clevenstraße. Bürgermeister Thomas Goßen wünschte sich dazu ebenfalls eine breite Bürgerbeteiligung.

Für die SPD plädierte Johannes Funck unter anderem dafür, die Zielsetzungen von einst mit den Erfordernissen der heutigen Zeit und mit den aktuellen Bedürfnissen — was den Einzelhandel, die veränderten Angebote, aber auch die verkehrliche Situation angehe —, zu vergleichen. „Unsere ganzen Visionen sind eigentlich gescheitert“, dies musste Planungsausschuss-Vorsitzender Hans-Joachim Kremser (SPD) eingestehen.

Ziel müsse ein lebenswerterer und attraktiverer Vorster Innenbereich sein. Wobei Kremser und sein Parteikollege Funck vorschlugen, dass nunmehr die Verwaltung in einem ersten Schritt ein Maßnahmenpaket schnüren sollte, um dieses dann mit den Bürgern und Politikern zu erörtern. Erste Teilergebnisse erwartet Kremser schon zur nächsten Sitzung des Fachausschusses. Christiane Tille-Gander hofft ebenfalls auf eine neue Konzeption, mit einer breiten Beteiligung der Bürger.

Der Ausschuss sah sich bei seinem Rundgang auch das Ladenlokal der früheren Eisdiele an der Clevenstraße an. Dafür hatte der Eigentümer trotz langer Suche immer noch keinen Mieter gefunden. Er wollte stattdessen das ganze Gebäude als Wohnraum nutzen. Dem Antrag wurde aber nicht zugestimmt.

Die Verwaltung erinnerte daran, dass in diesem Kernbereich Wohnungen im Erdgeschoss ausgeschlossen seien. Dort wären unter anderem nur Geschäfte, Büros, Einzelhandelsbetriebe oder eine Schank- und Speisewirtschaft möglich. Tille-Gander erwartete dazu ebenfalls eine neue Debatte über die künftige Ausgestaltung dieser Bereiche.