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In St. Tönis verschönern Schüler ihre Grundschule mit Gemälden

Projekt in St. Tönis : Schülern machen ihre eigene Grundschule mit Kunst schöner

Die katholische Grundschule St. Tönis arbeitet am Projekt „Schöne Schule“. Aktuell gestalten die Erstklässler eine ganz besondere Einfassung für das historische Holzkreuz der Grundschule. Der Förderverein unterstützt dieses Projekt.

Ute Rattay greift zum Pinsel und tunkt ihn in die mit blauer Farbe gefüllte Schale ein. „Rechte oder linke Hand?“, möchte sie von Cleo wissen. Die Erstklässlerin der katholischen Grundschule St. Tönis überlegt kurz. Die Entscheidung fällt für die rechte Hand. Die Grundschullehrerin pinselt die kleine Handfläche sorgfältig mit der zuvor ausgewählten Farbe ein. „Finger gleich beim Druck ein wenig auseinanderhalten, fest andrücken und nicht wackeln“, gibt sie vor.

Dann ist es soweit. Cleo steht vor der weißen rechteckigen Platte, die am oberen Teil einen breiten Ausschnitt aufweist und auf der schon zahlreiche Handabdrücke in blau, grün, gelb und rot zu sehen sind. Sekunden später gehört auch der Abdruck ihrer Hand dazu. „Toll. Das ist gut geworden“, kommentiert sie ihre künstlerische Vorgehensweise. Maxim, Paula, Juliene und Aron schließen sich mit weiteren bunten Handabdrücken an. Danach ist Händewaschen angesagt. Die Kleingruppe kehrt zum Unterricht zurück, die nächsten jungen Künstler namens Jessica, Emma. Sophie, Carl und Dejam rücken an. Der Einsatz der Erstklässler ist für das aktuelle Kunstprojekt der Grundschule gefordert – der betrifft das alte Holzkreuz, das bislang im Eingangsbereich des Altbaus hing. Das Foyer wird zwar auch weiterhin sein Refugium bleiben, aber das Kreuz braucht zukünftig mehr Platz, denn es verbindet in Kürze Tradition und Moderne. Die vier Kreuzarme erhalten Vergrößerungen in Form der mit Handabdrücken versehenen Elemente, die gerade von den Erstklässlern gestaltet werden. Diese Kunstaktion ist in das Projekt „Schöne Schule“ eingebettet.

„Wir hatten den Wunsch den Lern- und Lebensraum Schule für unsere Schüler zu verschönern. Dabei wollten wir die Kinder miteinbeziehen“, sagt Schulleiterin Sabrina Broll. Das Projekt „Schöne Schule“ wurde ins Leben gerufen. Für die Umsetzung konnte die Tönisvorster Künstlerin Telse Ahrweiler gewonnen werden, die unter anderem bereits an benachbarten Grundschulen und der Bibliothek künstlerisch tätig war.

Der schuleigene Förderverein zeigte sich von dem Projekt „Schöne Schule“ begeistert und sicherte finanzielle Mittel zur Umsetzung zu. Dazu brachte sich die Sparkassenstiftung ein, denn „alleine hätten wir das finanziell nicht stemmen können“, sagt Sebastian Dittrich, Vorsitzender des Fördervereins.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf 5500 Euro, wovon 3000 Euro von der Sparkassenstiftung kommen. „Wir engagieren uns seit Jahren unter anderem an Schulen. Es sind mehrere 100 000 Euro in Schulprojekte geflossen. Es ist wichtig, dass Schule ein Ort ist, den man gerne aufsucht und wo man sich wohlfühlt. Denn dann macht Lernen auch Spaß“, sagt Tim Pelzer vom Vorstand der Sparkassenstiftung.

Schon im vergangenen Jahr wurden Ideen umgesetzt, die Lernumgebung schönen zu gestalten. Dabei findet sich auch das Schulmotto „Tradition bewahren – Zukunft gestalten“ im Altbau wieder. Hier hat Ahrweiler Altes und Neues gekonnt miteinander kombiniert. Das an der Wand hängende alte Schild „Brav sei Knab und Mädchen. Freud und Stolz dem Städtchen. 1902“ hat durch zwei lebensgroße Schulkinder eine ganz andere Wirkung bekommen. Denn auf dem Schild sitzen ein Junge und ein Mädchen in der Bekleidung dieser Zeitepoche. Die Künstlerin hat dabei keine Wandbilder geschaffen, sondern die Figuren aus Platten konstruiert, die als Bilder an der Wand hängen. Das gilt auch für die Erdkugel, die von zwei Kindern gehalten wird und direkt gegenüber hängt. Hier tragen die Kinder quasi die Zukunft in den Händen.

Die Gestaltung des Neubaus steht unter dem Titel „Gemeinsam lernen und die Welt begreifen“. Die Kinder haben Platten in Wolkenform bemalt. Diese kleinen Wolken schweben auf der Flurwand im Erdgeschoss und verbinden weitere Bilder, ebenfalls in Wolkenform. Allerdings sind diese größeren Wolken mit Motiven versehen. Da gibt es den Teich mit Fischreiher, aber auch die Kinder, die auf einer Wiese liegen. Im Wald ein Fuchs, Schmetterlinge über einer Blumenwiese und ein Traktor im Feld. „Die Bilder sind extra keine Wandgemälde. So können die Werke abgehangen und neu angebracht werden“, sagt Ahrweiler. Für die erste und zweite Etage des Neubaus sind weitere Flurgestaltungen geplant, zum Beispiel eine Meerlandschaft.