In der Stadt Willich mangelt es an Kita-Plätzen

Willich braucht mehr Kindergärten : Kindergarten auf dem Bauernhof

Viele neue Plätze in Kindergärten werden in Willich benötigt. Neubauten sind bereits beschlossen, doch es wird wohl auch Provisorien geben.

Im Jugendhilfeausschuss geht die Angst um, dass es bald an Kindergarten-Plätzen mangelt, dass der gesetzliche Anspruch der Eltern auf einen solchen Platz nicht erfüllt werden kann. CDU und SPD brachten jetzt Provisorien ins Gespräch, zumal sich abzeichnet, dass sich die Umsetzung von Neubaumaßnahmen nicht so schnell wie gedacht realisieren lässt. Alle Fraktionen würden es gerne sehen, wenn ein geplanter Bauernhofkindergarten in Anrath mehr Mädchen und Jungen als geplant aufnehmen könnte.

Sarah Bünstorf hatte einen Fragenkatalog zum Kita-Ausbau und zur Bedarfsdeckung vorgelegt. „Kurz- und mittelfristig werden wir den Bedarf nicht sicherstellen können“, gab Dieter Lambertz (CDU) zu bedenken. Die Verwaltung bekam den Auftrag zu prüfen, wo temporäre Einrichtungen an vorhandene Kitas angedockt werden können. Lambertz meint damit Lösungen, die in drei, vier Monaten umgesetzt werden können.

Für Lichtblicke sorgen
die „Glückskinder“

„Wenn das Planungsamt personell nicht in der Lage ist, die Grundlagen zum Bau von Kindergärten zu schaffen, dann müssten wir an eine Fremdvergabe denken“, sagte Thomas Brandt (FDP). „Im Bebauungsplanverfahren gibt es Schritte, die nicht von externen Kräften erledigt werden können“, gab Jugenddezernentin Brigitte Schwerdtfeger zu bedenken. Und auch die Oberbauleitung müsse beim Eigenbetrieb „Objekt- und Wohnungsbau“ bleiben.

Es gibt aber auch Lichtblicke in Bezug auf die Schaffung weiterer Plätze: So beabsichtigen die „Glückskinder“, an der Kreuzstraße in Willich eine weitere Großtagespflegestelle einzurichten. Vier der neu zu schaffenden neun Plätze sollen bewusst unbesetzt bleiben, um dann temporär besetzt zu werden, wenn woanders eine Tagespflegeperson zum Beispiel krankheitsbedingt ausfällt. Die Inbetriebnahme solle im Frühjahr 2019 erfolgen.

Begeistert waren die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses von einem anderen Projekt der „Glückskinder“: Sie wollen auf dem Stautenhof in Anrath einen Bauernhofkindergarten etablieren – so etwas hat es im Stadtgebiet bislang noch nicht gegeben. Auf dem Hof-Gelände soll dafür ein Neubau entstehen.

In der Einrichtung gibt
es Platz für 20 Kinder

Die Einrichtung soll eingruppig geführt werden – mit Platz für 20 Kinder im Alter zwischen zwei und sechs Jahren. „Das sind Plätze, die wir dringend brauchen und das ist ein attraktiver Standort und ein innovatives Konzept – wir unterstützen das trotz der hohen Kosten“, erklärte Sarah Bünstorf (SPD). Ihre Frage: „Kann man da nicht noch ein paar Kinder mehr unterbringen für eine begrenzte Zeit?“

„Das ist ein toller Standort, der wird garantiert gut angenommen werden“, ist sich Thomas Brandt (FDP) sicher. Die Mietkosten müssten jedoch angemessen sein.

Dass dieser besondere Kindergarten etwas kostspieliger sein wird, ist den Ausschussmitgliedern bewusst. „Es wird dort mehr Personal als in anderen Kindertagesstätten benötigt, weil es einen erhöhten Bedarf an Aufsichtspersonen gibt“, erklärte die zuständige Fachbereichsleiterin Susanne Kamp.

„Meine Fraktion wäre bereit, eine erhöhte Miete zu bezahlen“, sagte Dieter Lambertz (CDU). Auch er würde sich wünschen, dass die Bauernhof-Kita vorübergehend mehr Kinder aufnehmen könnte als geplant. Fest steht derzeit noch nicht, ob eine Inbetriebnahme bereits im nächsten Jahr zum Kindergartenjahr 2019/2020 möglich sein wird.