Neues Angebot in Anrath Ein Sport- und Spielplatz für Jedermann

Anrath · Zwischen Leineweberhalle und Haus Anrode in Anrath ist Willichs erster Outdoor-Fitnessplatz eröffnet worden. Fünf Sportgeräte sowie ein Inklusionskarussell können kostenfrei genutzt werden. Für alle Altersklassen ist etwas dabei.

Von Initiator Lukas Maaßen (SPD, ganz rechts) bis Bürgermeister Christian Pakusch (Mitte, am Gerät angelehnt) war eine große Zahl Menschen freudig bei der Eröffnung dabei.

Von Initiator Lukas Maaßen (SPD, ganz rechts) bis Bürgermeister Christian Pakusch (Mitte, am Gerät angelehnt) war eine große Zahl Menschen freudig bei der Eröffnung dabei.

Foto: Norbert Prümen

Der lindgrüne Farbton springt schon von Weitem ins Auge. Die Farbe steht dabei für viel Sport, der ab sofort jederzeit auf der Grünfläche, eingerahmt vom alten Anrather Krankenhaus, der Leineweberhalle, dem Lise-Meitner-Gymnasium und dem Haus Anrode, stattfinden kann – und das kostenfrei. Wo einst lediglich ein Spielplatz die jüngsten Bürger zum Spielen und Toben einlud, ist Willichs erster Outdoor-Fitnessplatz entstanden. Fünf entsprechende Fitnessgeräte warten auf ihre Nutzung. Dazu gehören eine „Gym leg Press“, die für die Beinmuskulatur gedacht ist, ein „Gym back“ für die Rückenmuskulatur sowie ein Cross-Trainer und ein Air Walker, mit denen die Kondition gestärkt werden kann.

Jedes Gerät ist selbsterklärend, verfügt aber zusätzlich über ein entsprechendes Piktogramm mit Nutzungshinweisen. Zusätzlich gibt es ein Multifunktionsgerät, einen sogenannten „Clover - Calisthenics“. An Klimmzugstangen auf unterschiedlichen Höhen sowie Ringen können verschiedene Schwingbewegungen, Kipp- und Zugübungen trainiert werden. Die Besonderheit des neuen Open-Air-Fitnessplatzes ist ein Inklusionskarussell. „Hier können Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam die Drehscheibe mit den zwei Halterungen für Rollstühle und den beiden Sitzbänken durch Muskelkraft in Bewegung bringen“, erklärt André Sole-Berger, Inklusionsmanager der Lebenshilfe Kreis Viersen.

Rollstuhlfahrer heben dazu einen der beiden Bügel an, was eine Bremse im Karussell auslöst und so ein weiterdrehen verhindert. Danach fahren sie auf die Plattform, arretieren den Rollstuhl, und sobald der Bügel wieder geschlossen ist, beginnt der Karussellspaß durch Drehen der Scheibe in der Mitte. Elke Flatten, die mit ihrem Rollstuhl bei der offiziellen Eröffnung des Outdoor-Fitnessplatzes das Inklusionskarussell testet, strahlt über das ganze Gesicht. „Super“, lautet ihr Urteil.

Dass zur Fläche auch ein Inklusionsgerät gehört ist auf Christine Schierbaum zurückzuführen. Die Fachkraft der regionalen Sozialraumarbeit der Lebenshilfe Kreis Viersen regte es an, als die ersten Vermessungsarbeiten auf dem Gelände begannen. „Wir sind direkte Nachbarn und auf einem solchen Gelände kann gelebte Inklusion stattfinden, wenn es etwas gibt, das alle gemeinsam nutzen können, auch Rollstuhlfahrer“, sagt sie.

Miteinander-Bank soll
farblich gestaltet werden

Zusätzlich erhielt die Miteinander-Bank einen Platz auf der Fläche. Diese soll in absehbarer Zeit von den Bewohnern des Hauses Anrode und den Schülern des Lise-Meitner-Gymnasiums gemeinsam farblich gestaltet werden. „Die Idee eines Outdoor-Fitnessplatzes ist auf einen Antrag der SPD aus dem Jahr 2015 zurückzuführen. Es ist ein Pilotprojekt, wobei wir planen jeden Stadtteil mit einem solchen Platz zu versehen, wenn die Anrather Variante gut angenommen wird“, sagt Willichs Bürgermeister Christian Pakusch bei der Eröffnung. Die Kosten für die Anlage belaufen sich auf rund 130 000 Euro. „Eigentlich wären wir gut acht Wochen früher fertig geworden, aber es gab Lieferschwierigkeiten bei den Sportgeräten“, informiert Landschaftsarchitekt Joachim Scheller von der Planungsgruppe Scheller, die das Projekt zusammen mit der Stadt plante.

Für die Umsetzung zeichnet das Heinsberger Unternehmen Heinrich Kremers verantwortlich. Es galt, die entsprechenden Fundamente zu gießen und die Fallschutzbereiche zu gestalten. Der Spielplatz erfuhr zudem eine kleine Umstrukturierung. So mussten Wipptiere und Kletterpferd umgesetzt werden. Die Schaukel konnte an ihrem Standort stehen bleiben. „Wir werden jetzt noch eine Hangrutsche installieren“, berichtet Lisa Coppus vom Team Sport der Stadt Willich. Damit ist die Anlage nicht nur inklusiv, sondern auch generationsübergreifend: Von Kleinkindern über Kinder und Jugendliche bis hin zu Erwachsenen und Senioren – alle finden hier sportliche Betätigung. Für das Lise-Meitner-Gymnasium hat die Anlage eine besondere Bedeutung. „Wir wollen sie zukünftig in unser Sportangebot einbinden“, sagt Yannic Seyfarth Sportklassenkoordinator der Schule.

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