Europawahl in Willich Die zusätzliche Statistik auf dem Stimmzettel

Willich · Der Wahlbezirk 9180 in Willich wird bei der anstehenden Europawahl am übernächsten Wochenende eine besondere Rolle spielen: Im Anrather Wahllokal Leonardo-da-Vinci-Schule werden über die Wahlzettel zusätzliche Daten erhoben.

  Der Stimmzettel mit den statistischen Angaben aus sieht nur ein wenig anders aus. Die obere Zeile enthält Angaben zu Geschlecht und Altersgruppe.

Der Stimmzettel mit den statistischen Angaben aus sieht nur ein wenig anders aus. Die obere Zeile enthält Angaben zu Geschlecht und Altersgruppe.

Foto: Stadt Willich

(svs) Mancher Bürger fragt sich vielleicht gelegentlich, woher die Informationen kommen, die zu Wahlen von diversen TV-Stationen oder Zeitungen veröffentlicht werden: Wählerwanderungen, die Verteilung der Wähler nach Altersgruppen, Geschlechtern oder anderen Eigenschaften. Mancher ist hierzu vielleicht schon in seinem Wahllokal abgefangen und zu eben diesen Themen befragt worden. Doch auch der Bund selbst erhebt solche Statistiken. Diese werden streckenweise sogar – natürlich vollständig anonym – direkt auf dem Wahlzettel erhoben.

So geschieht es zur Europawahl auch in einem Wahlbezirk in Willich. Es handelt sich dabei um den Bezirk mit der Nummer 9180 im Wahllokal des Neubaus der Leonardo-da-Vinci-Schule in Anrath. Dieser Wahlbezirk nämlich ist einer der vom Bund ausgewählten Bezirke, die als „repräsentativer Stimmbezirk für die Wahlstatistik“ ausgewählt worden sind. Dabei scheint die Zahl dieser repräsentativen Bezirke von bundesweit immerhin 2350 auf den ersten Blick durchaus hoch. Das relativiert sich aber schnell, ergänzt man die Information, dass es im gesamten Bundesgebiet insgesamt rund 90 000 Wahllokale und damit eben auch Wahlbezirke gibt.

Doch was bedeutet das für die Menschen, die in der Leonardo-da-Vinci-Schule ihre Stimme abgeben werden? Es heißt konkret, dass hier (wie auch in den 2350 weiteren Wahllokalen dieser besonderen Gruppe) für ganz Deutschland Daten über die Wahlbeteiligung und die Stimmabgabe verschiedener Bevölkerungsgruppen ermittelt werden – das Wahlgeheimnis ist dabei natürlich gewahrt. Die konkrete Umsetzung sieht folgendermaßen aus: Auf den amtlichen Stimmzetteln ist im oberen Bereich zusätzlich ein „Unterscheidungsaufdruck“ für Geschlecht und Geburtsjahresgruppe angebracht. Diese sind von dem oder der Stimmberechtigten auszufüllen, um entsprechend statistische Daten zu liefern, die dann von den repräsentativen auf alle Wahlbezirke hochgerechnet werden.

Anonym soll damit dann eben ermittelt werden, in welchem Umfang sich Wählerinnen und Wähler an der Wahl nach Geschlecht und Geburtsjahresgruppen beteiligt und wie sie gestimmt haben. Diese repräsentative Wahlstatistik ist eine Stichprobenerhebung und wird bei Bundestags- und Europawahlen sowie bei einigen Landtagswahlen vorgenommen. Alle Wahlberechtigten in diesen Wahlbezirken nehmen an der repräsentativen Wahlstatistik teil, bei der vergangenen Europawahl 2019 umfasste die Stichprobe gut 2,1 Millionen der 61,6 Millionen Wahlberechtigten.

Nähere Infos zum Verfahren gibt es auch auf der Seite der Bundeswahlleiterin Ruth Brand unter https://www.bundeswahlleiterin.de/europawahlen/2024/informationen-waehler/rws.html

(svs)
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