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St.Tönis: Im Schneckentempo durch die Nacht

St.Tönis : Im Schneckentempo durch die Nacht

Am Donnerstagabend fuhr ein Schwertransporter der Firma Graeven Metall-Technik durch St. Tönis.

St. Tönis. Die Nacht ist hereingebrochen. Auf den Straßen im Gewerbegebiet Tempelshof ist nichts mehr los. Nur auf dem Gelände der Firma Graeven Metall-Technik herrscht reges Treiben. Hier spielt sich Beeidruckendes ab.

St.Tönis: Im Schneckentempo durch die Nacht
Foto: Friedhelm Reimann

Ein Schwertransporter soll sich auf den Weg zu einem Beizbetrieb nach Düren machen. Geladen hat der 18 Meter lange Koloss einen Edelstahlbehälter. 4,30 Meter Durchmesser, 4,80 Meter Höhe, ein Gewicht von 9500 Kilo. Das sind die Eckdaten der spektakulären Fracht.

Nach Mitternacht ist es soweit. Im Schneckentempo setzt sich der XXL-Lkw in Bewegung. Um diese Uhrzeit wird der Verkehr nicht gestört. Die Fahrt durch die Straßen ist Präzisionsarbeit. Ein Begleitfahrzeug der Spedition und ein Wagen der Polizei eskortieren den Brummi durch die Nacht. Nach der Bearbeitung in Düren rollt das Gefährt nächste Woche erneut durchs Rheinland und bringt den fertigen Lagertank zu einem Chemiewerk in Uerdingen.

Dieses Unterfangen sei nicht alltäglich für ihr Unternehmen, sagt Sandra Graeven, die Tochter des Geschäftsführers Jochen Graeven. Ein Schwertransport erfordere umfangreiche Vorbereitungen. Im Vorfeld müsse eine Streckenprüfung erfolgen. „Dabei werden unter anderem Brücken ausgemessen“, sagt Graeven. Zudem sei eine Sondergenehmigung des Straßenverkehrsamtes erforderlich.

Für eine reibungslose Fahrt war es notwendig, zahlreiche Verkehrsschilder umzubauen. Ampeln mussten nicht gedreht werden. Hier passte der Laster dank moderner Technik durch. „Der Spezialtransporter kann sein Tiefbett auf fünf Zentimeter zum Boden absenken“, sagt Graeven.

Besonders aufwendig schien zunächst der Transport nach Uerdingen zu werden. In Krefeld sollte das Fahrzeug ursprünglich über die Hülser Straße rollen. Dort hätten eigens die Oberleitungen der Straßenbahn angehoben werden müssen. „So etwas kostet rund 10 000 Euro“, erläutert Graeven. Zum Glück habe es noch eine Genehmigung für eine Fahrt über Autobahn gegeben.