Miteinander-Theater in Anrath Theaterstück als Plädoyer für gelebte Inklusion

Anrath · Am 21. Juni feiert das Miteinander-Theater der Lebenshilfe Kreis Viersen mit seinem neuen Stück Premiere. Im Anrather Lise-Meitner-Gymnasium führen Menschen mit und ohne Handicap das Stück „Es war einmal ein Menschenrecht“ auf.

Das Miteinander-Theater bringt Menschen mit und ohne Behinderung zusammen. Das Stück heißt „Es war einmal ein Menschenrecht“.

Das Miteinander-Theater bringt Menschen mit und ohne Behinderung zusammen. Das Stück heißt „Es war einmal ein Menschenrecht“.

Foto: Norbert Prümen

Das im Forum des Lise-Meitner-Gymnasiums aufgebaute Bühnenbild lässt Schlossfeeling aufkommen. Christine Schierbaum, Fachkraft der regionalen Sozialraumarbeit im Haus Anrode der Lebenshilfe Kreis Viersen, leitet das Miteinander-Theater. Und das steckt in der Endphase der Proben des neuen Stückes „Es war einmal ein Menschenrecht“.

Am Freitag 21. Juni, 16.30 Uhr, steht die Premiere auf der Studiobühne I in der Fabrik Heeder, Virchowstraße 130 in Krefeld, an. Am 29. Juni folgt die Aufführung im Forum des Lise-Meitner-Gymnasiums, wo auch seit Januar einmal in der Woche geprobt wird.

Das 24-köpfige Ensemble besteht aus 16 Menschen mit einer geistigen und teilweise auch körperlichen Behinderung, einer blinden jungen Frau, drei Schülern des Gymnasiums im Alter zwischen zwölf und 14 Jahren, einem Auszubildenden der Heilerziehungspflege sowie einer Studentin der Sozialpädagogik, bringt diesmal ein Stück auf die Bühne, das gerade den Menschen mit Handicap einiges abfordert. Sie erleben im Stück, wie sie aufgrund ihrer eigenen Behinderung abgelehnt werden.

„Das ist schon eine Herausforderung. Es war für etliche unserer Bewohner zunächst schwer, zwischen Stück und Realität zu unterscheiden“, sagt Christine Schierbaum. Sie berichtet von vielen emotionalen Momenten bei der Erarbeitung des Stückes, denn es musste verstanden werden, dass es sich bei den Ausgrenzungen aufgrund der eigenen Behinderung um ein Schauspiel handelt. Vor dem Hintergrund, dass alle diese Ausgrenzungs- und Ablehnungserfahrung in der Realität schon gemacht haben, keine einfache Sache. „Ein Mitspieler möchte so auch nicht, dass seine Behinderung benannt wird. Im Stück ist der Grund für seine Ausgrenzung daher die, dass er allen immer die Schokolade wegisst und deshalb nicht zum Fest des Königs kommen darf“, erzählt Christine Schierbaum.

Während hochmotiviert und mit Spontanität geprobt wird – die Texte sind nicht explizit vorgegeben, sondern nur Stichworte, die fallen müssen, damit das Stück verständlich ist – legen Sven Carolus und Waleed Ibrahim letzte Hand an dem schwarz-weißen Wachhäuschen an. Ibrahim, der zusammen mit Beate Krempe für das Bühnenbild zuständig ist, balanciert vorsichtig das Dach auf die eckige Konstruktion, wo es von Carolus, der ehrenamtlich in der Technik des Miteinander Theaters arbeitet, festgeschraubt wird. „Das war mal eine Umkleidekabine, die wir umgemodelt haben“, sagt Christine Schierbaum. Noch während die Probe läuft ist es fertig und kann ins Bühnenbild integriert werden. Die Premiere kann kommen.