Willich: „Ich freue mich auf die Menschen“

Willich: „Ich freue mich auf die Menschen“

Gut gelaunt ist das neue Ensemble der Schlossfestspiele in Neersen eingetroffen. Die WZ sprach vor dem Start der Proben mit Intendant Jan Bodinus.

Neersen. Seit September 2014 ist Jan Bodinus Intendant der Schlossfestspiele Neersen. Seine Bilanz ist beeindruckend: Unter seiner Leitung brachte es die Freilichtbühne im Vorjahr zu neuen Besucherrekorden. Vor dem Probenbeginn für die aktuelle Spielzeit (siehe unten) sprach die WZ mit ihm über seine Wünsche und Erwartungen für den Sommer 2017.

Foto: Friedhelm Reimann

Worauf freuen Sie sich bei den Schlossfestspielen 2017 am meisten?

Jans Bodinus: Wie in jedem Jahr: Auf die Menschen! Meine großartigen Mitarbeiter auf und hinter der Bühne, unsere tollen Zuschauer und natürlich auf die, die zum ersten Mal zu uns kommen und ab jetzt Stammgäste werden.

Als Motto der Spielzeit haben Sie „Vergeben - Vergessen - Verzeihen“ gewählt. Welcher Gedanke steckt dahinter?

Bodinus: Dem Michel verzeiht man seine Scherze und Streiche, dem Großvater aus „Honig im Kopf“ geht durch sein Vergessen eine Welt verloren und zuletzt: Kann man dem Dorfrichter Adam aus Kleists „Der zerbrochene Krug“ den Missbrauch seines Amtes vergeben? Wem können wir im täglichen Leben vergeben? Was vergessen wir manchmal zu unseren Liebsten zu sagen, wem können wir heute verzeihen? Fragen, die im hektischen Alltag von uns Allen manchmal zu kurz kommen.

Die Besucherzahlen haben in den vergangenen Jahren stetig zugelegt, der Vorverkauf läuft aktuell wieder sehr gut — trotz Klassiker im Programm. Streben Sie in dieser Spielzeit wieder einen Rekord an oder ist das nicht so wichtig für Sie?

Bodinus: Natürlich freue ich mich über die steigenden Zuschauerzahlen: Hier sieht man, dass wir mit unserer künstlerischen Arbeit den Geschmack des Publikums treffen. Und ich fühle mich in der Qualität der Aufführungen und Gastspiele bestätigt. Dies hat auch mit unserer ständigen Präsenz durch den Kidz Club und die Jungen Schlossfestspiele zu tun. Durch den Erfolg sichern wir den Erhalt der Festspiele, sichern wir Theater in seiner reinsten Form in Willich. Das ist gut: Jetzt heißt es: Dran bleiben!

Mit dem „Zerbrochenen Krug“ bringen Sie einen großen deutschen Klassiker auf die Bühne, in dem ein sehr beliebter ehemaliger Fernseh-Entertainer die Hauptrolle spielen wird. Wie bereiten Sie Michael Schanze auf seinen Einsatz als Dorfrichter Adam vor?

Bodinus: Michael Schanze ist ein großartiger Künstler: Er ist ein toller Musiker und Autor, war ein sehr guter Entertainer und ist jetzt ein wandlungsfähiger Schauspieler. Er ist meine ideale Besetzung für diese Rolle. Wir alle werden viel Freude mit ihm haben. Natürlich erfordert dieser Part eine besondere Vorbereitung, hierfür werden Herr Schanze und ich sicherlich ein paar Runden extra drehen. Als ehemaliger Top-Skifahrer ist er Einzeltraining gewohnt.

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