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Herbstzauber bleibt hinter den Erwartungen zurück

Herbstzauber bleibt hinter den Erwartungen zurück

Beim vom Werbering organisierten verkaufsoffenen Sonntag wurden die Besucherzahlen der Vorjahre nicht erreicht.

Schiefbahn. Seit einigen Jahren stellt am ersten Sonntag im November die Schiefbahner Werbegemeinschaft ihr Herbstfest unter ein besonderes Motto. Jetzt hieß es in 33 Geschäften und Ladenlokalen „Einkaufen ist eine Kunst“. Deshalb, weil dieses Fest gemeinsam mit der Kunst-Ausstellung in der Kulturhalle stattfand.

Bei herbstlichem Wind und teilweise Regen wurden am verkaufsoffenen Sonntag die Besucherzahlen der Vorjahre nicht erreicht. Dabei hatte es sich eine Rothaarige sogar in einem Bett so richtig gemütlich gemacht. Die war aber in Acryl gezeichnet und im Schaufenster von Kerstin Goertz (46) zu sehen. Sie führt seit über 15 Jahren das Geschäft „Tendenza“, mit der Mode für die starke Frau.

Kerstin Goertz war nicht die einzige Schiefbahner Händlerin, die in der Kunst selbst aktiv war und ist. Bei Herbrich stellte Augenoptiker-Meisterin Judith Pollen aus, im Schuhgeschäft von Lieselotte Janske ihre Schwiegertochter Lisa, Gisela Bongartz beim Herrenausstatter Kuno und in der Linden-Apotheke von Michael Lüdtke seine Tochter Jana.

An allen Geschäften, die gestern geöffnet hatten, war der Rote Teppich ausgelegt. Es gab dazu jede Menge Rabatte. So von Christiane Heyers, die nach 21 Jahren ihr Modegeschäft an der Hochstraße aufgibt und bereits Lotto-Toto-Krämer an der Hubertusstraße übernommen hat. „Ab dem nächsten Jahr gehe ich dann mit dem Lotto-Laden hier rüber“, sagte sie.

Neu waren auch gleich drei Firmen, die sich gerade im ehemaligen Foto-Shop an der Hochstraße eingerichtet haben. Dort kümmern sich von nun an Architekten, eine Bauträger-Gesellschaft und Projektentwickler um neue Objekte. Insgesamt wurden zwölf Arbeitsplätze geschaffen.

Es gab sogar eine Schaufenster-Rallye und einen Laufzettel, durch den die Kunstwerke, so des Willicher Betonkünstlers Jörg Schulze-Rohloff, den Läden und den jeweiligen Künstlern zugeordnet werden mussten. Hinterher gab es dafür Preise.

An einem mobilen Stand verkauften Mitglieder des Lion-Clubs den neuen Adventskalender. „Wir möchten so ein Türöffner sein“, sagte draußen an einem Bus Ernst Kuhlen, Vorsitzender des Heimatvereins Willich. Er warb für einen durch Schiefbahn fahrenden Bürgerbus und suchte Mitglieder und mögliche Fahrer. Einige trugen sich ein. Rede und Antwort stand der Vorsitzende des Bürgerbusvereins Anrath, Matthias Zeies. Für Stimmung sorgte eine Band. Um den Magen kümmerte sich unter anderem eine Creperie, der Kaiserhof mit einigen Flammkuchen oder Bäckermeister Jörg Schmitz, der draußen seinen Holzbackofen aufgebaut hatte. Zum knusprigen Brot gab es Herzhaftes: Bratwurst und Krakauer.

Gleich drei Schwestern gaben als ein „Warm up“ nicht nur den warmen Apfelsaft mit oder ohne Schuss aus. Verena, Cornelia und Andrea Grips informierten über ihren Verein „Matchbox“. Er hat sich schon lange zur Aufgabe gemacht, die Lebensbedingungen in den Townships im südafrikanischen Kapstadt zu verbessern. Mit dem Geld, das durch den Verkauf südafrikanischer Kunstgegenstände erzielt wird. Werke von vier Künstlern waren beim Fest zu sehen. Mögliche Käufer zahlen dafür als Jahresgabe 120 Euro; dies ist gleichzeitig der Vereinsbeitrag.