Heimatbrief St. Tönis Geschichte, Tradition und Anekdoten: 44 Seiten Heimat

St. Tönis · Druckfrisch liegt die Ausgabe 191 des Heimatbriefs des Heimatbundes St. Tönis 1952 vor. Die Verteilung an die Mitglieder hat begonnen.

 Tönisvorsts Bürgermeister Uwe Leuchtenberg (3. v.r.) nimmt den ersten Heimatbrief entgegen.

Tönisvorsts Bürgermeister Uwe Leuchtenberg (3. v.r.) nimmt den ersten Heimatbrief entgegen.

Foto: Norbert Prümen

(tre) Auf 44 Seiten voller Rückblicke, zeitgeschichtlichem und Termine können sich die 1010 Mitglieder des Heimatbunds St. Tönis 1952 freuen. Die nunmehr 191. Ausgabe des Heimatbriefs liegt vor. Frisch aus der Druckerei gekommen geht es nun an die Verteilung, wobei „wir 26 Ausgaben haben, die in die ganze Welt gehen, von Australien über die Staaten bis nach Südamerika“, sagt der Vorsitzende Ulli Triebels. Damit holen sich ehemalige St. Töniser ein Stückchen alte Heimat an ihren tausende von Kilometern entfernten Wohnort. Wobei bei der jetzigen Ausgabe, in der die Rubrik „Ansichtssache… St. Tönis – Gestern und heute“, die wieder aufgenommen wurde, sicherlich so manche Erinnerung wach wird. Bei Uwe Leuchtenberg ist dies der Fall. Traditionsgemäß erhielt der Tönisvorster Bürgermeister das erste Exemplar der neuen Ausgabe.

Beim Anblick der alten und neuen Luftaufnahme der Ecke Westring/Roßstraße muss er herzlich schmunzeln. „Anstatt sonntags um 11 Uhr in die Kirche zu gehen, ging es ins Kino. Danach führte der Weg immer zur Gärtnerei Thelen, die genau an dieser Ecke lag. Ich kaufte ein Blümchen für Oma, brachte es ihr und bekam Sonntagsgeld. Mit dem wurde wiederum das Kino bezahlt. Das war eine Refinanzierung“, erzählt er. Der Heimatbrief hält aber noch mehr parat. Autor Walter Schöler blickt unter anderem auf die Metzgerei Wenders und erzählt, welche Folgen die einstige kommunale Neugliederung noch heute mit sich bringt. Edgar Kohnen beleuchtet die Migration, die es immer schon gegeben hat, denn selbst der bekannte Schutzpatron Antonius, Ferkes Tünn genannt, war ein Ägypter. Mit der Verlegung weiterer Stolpersteine, in diesem Fall für politisch verfolgte Menschen im Nationalsozialismus, beschäftigt sich Guido Beckers. Der Karneval erwacht zum Leben und St. Tönis zeigt, dass es bunt ist.

Wer noch nie etwas vom Grundhof in seiner Heimatstadt gehört hat, lernt ihn kennen. Unter der Rubrik „Namen und Nachrichten“ stellt Beckers den neuen Dorfsheriff vor. Triebels schaut auf die Auflösung der Gesellschaft Eintracht und die der katholischen Frauengemeinschaft. Beckers blättert in alten Heimatbriefen, in denen unter anderem die Vergrößerung des St. Töniser Krankenhauses behandelt wurde. Auch Zeiten, in denen ein Brötchen 30 Millionen Mark kostete, lässt er wieder lebendig werden. Nicht ganz so weit zurück geht Markus Wilk mit dem Jahresbericht von 2023. Die Nachrufe fehlen ebenso wenig wie Berichte über die gerade erfolgen Ausflüge. Und wer wissen will, was der Heimatbund für dieses Jahr noch im Sinn hat, der stößt auf eine Vielzahl von Veranstaltungen, angefangen beim „Stammdöch Vertäll“ bis hin zu Radtouren, Filmabenden und Stadtrundgängen.

(tre)