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Heimat- und Geschichtsfreunde Willich haben 2022 viel vor

Mitgliederversammlung : Heimatfreunde haben große Pläne für das kommende Jahr

Während der Pandemie haben die Mitglieder viele Verschönerungen im Musum „Kamps Pitter“ vorgenommen. Nun soll es wieder mehr Veranstaltungen geben. Am 9. November gibt es ein Gedenken an die Pogromnacht.

Mit knapp neun Monaten coronabedingter Verspätung fand jetzt die Jahreshauptversammlung der Heimat- und Geschichtsfreunde Willich im Forum des St.-Bernhard-Gymnasiums statt. „Wir sind froh, dass wir wieder loslegen können“, sagte der Vorsitzende Ernst Kuhlen. Viele Veranstaltungen sind zwar ausgefallen, aber rund ums Heimatmuseum „Kamps Pitter“ hat sich trotz der Pandemie einiges getan. Zur Wiedereröffnung im Juli waren zahlreiche Besucher gekommen. Kuhlen kündigte an, dass ab November 2G gelte – Besucher müssen also entweder genesen oder geimpft sein, ein Test reicht dann nicht mehr. Der Vorsitzende begründete diese Entscheidung so: „Wir sind alle nicht mehr die Jüngsten.“

Die fleißigen Helferinnen und Helfer sind während der Pandemie nicht in Schockstarre verfallen: Im Außenbereich gab es viel zu tun, dort konnten ohne Probleme Abstände eingehalten werden. Bereits im vergangenen Jahr ist für einen Blitzschutz für alle Gebäude gesorgt worden, die Stadt hat die Arbeiten nicht nur organisiert, sondern auch finanziert. Im Museum wurden doppelte Exponate aussortiert, als Hingucker ist eine Musikbox aus den 60er-Jahren hinzugekommen. Das Sofa wurde aufgearbeitet. Das Häuschen mit dem Herzen erinnert daran, wie wenig komfortabel früher der Gang aufs Klo war. Kuhlens Bitte: „Nur gucken, nicht benutzen.“ Besonders positiv: Es haben sich jüngere Mitglieder gefunden, die schrauben und sich kümmern können – und auch wollen

Die stellvertretende Vorsitzende Edith Max ließ das zurückliegende Jahr Revue passieren. Es begann wie immer, endete dann aber jäh. Und sie wagte einen Ausblick auf 2022: „Am dritten Sonntag im Januar soll das Sauerkraut verzehrt werden“

Eine Ausstellung zu Hannen-Brauerei soll es im Februar geben

Im Februar wird es eine Ausstellung zur „Willicher Faust“ geben – gemeint ist die Hannen-Brauerei. Mara Ring bereitet sich darauf vor, am Weltfrauentag im März über Mutter Ey zu berichten. Das Deutsche Messingmuseum in Krefeld wird nächstes Jahr Jugendstil- und Art-Déco-Exponate für eine Ausstellung zur Verfügung stellen.

Bernd-Dieter Röhrscheid kündigte seinen Rücktritt als Beisitzer an. Er kümmert sich vor allem um das Archiv und versprach, einen geeigneten Nachfolger zu suchen. Und Röhrscheid kündigte ein Event zum 9. November an, dem Gedenktag, der an die Pogromnacht erinnern soll: Treffpunkt ist um 17 Uhr an der Mahntafel im Tömp, wo einst eine Synagoge stand, die in der Pogromnacht niedergebrannt wurde – die Feuerwehr war gehalten, lediglich ein Übergreifen der Flammen auf die angrenzende Bebauung zu verhindern.

Anschließend wird sich ein Lichterzug mit gedeckelten Lichtern, begleitet von Polizei und Staatsschutz, vom Tömp zu Schule II des St. Bernhard Gymnasiuns in Bewegung setzen. Dort beginnt um 18 Uhr vor dem zentralen Mahnmal im St.-Bernhard-Gymnasium eine Veranstaltung „Gegen das Vergessen“, die von Schülern und Lehrern des Gymnasiums organisiert wird.

(barni)