Tönisvorst : Handballtraining mit Profi

Max Ramota (40) hat in Bundesliga und Nationalmannschaft gespielt. Am Donnerstag zeigte er Kindern der GGS Hülser Straße, wie der Handball am besten ins Tor fliegt.

St. Tönis. Der Mann im Handballtor ist ein „sanfter Riese“. 1,99 Meter groß. Wenn Max Ramota die Arme ausbreitet, ist zwischen den Pfosten so gut wie kein Platz mehr. Unmöglich, noch einen Ball in die Maschen hinter ihm zu platzieren.

Unmöglich? Von wegen! 40 Jungen und Mädchen der dritten Klasse an der Grundschule Hülser Straße wagen das Duell „Werfer gegen Torwart“. Ein Duell unter erschwerten Bedingungen. Denn die Kinder sollen über eine schmale Holzbank anlaufen, am Ende runterspringen, dann den Wurfarm weit ausholen und den Lederball mit Wucht im Tor unterbringen.

Allerdings ist der Mann vor ihnen nicht nur riesig, sondern auch ein großer Sportler, also einer mit Star-Qualität. Als ehemaliger Handball-Nationalspieler, der unter anderem beim berühmten VfL Gummersbach Tore geworfen hat.

Max Ramota, heute 40 Jahre alt, spielt in der Liga nicht mehr aktiv. Er ist an diesem Morgen im Auftrag der AOK da und bietet mit einem Team ein Vormittagstraining in der Halle und später auch für weitere Schüler auf dem Schulhof an.

Ziel der Veranstaltung: Kinder für mehr Bewegung, für den Handballsport und eine aktive Vereinsmitgliedschaft zu begeistern.

Wie sehr sich Sportbeauftragte Hildegard Hoch, seit 1993 Lehrerin an der Gemeinschaftsgrundschule Hülser Straße, über dieses Ereignis freut, ist ihr am Gesicht abzulesen. Sie hatte mit ihrer letzten vierten Klasse die Bewerbung verfasst und war nun, nach der überraschenden Absage einer Schule, im Nachrückverfahren in die Auswahl der bundesweit 22 Schulen aufgenommen worden, die für den Star-Besuch die Turnhalle öffnen. Hildegard Hoch: „Heute hat keiner sein Sportzeug vergessen. Die Kinder sind ganz begeistert, hören gut zu und sind voller Bewegungsdrang.“

Die meisten Bälle der Kinder hat Max Ramota pariert. Nun sollen die Jungen und Mädchen sich in zwei Reihen hinter die Bänke stellen und mit ihren Handbällen auf kleine, schwere Medizinbälle zielen. Ein Ball prallt unglücklich ab und trifft ein Mädchen im Gesicht. Der Handballstar tröstet, die Lehrerin kümmert sich und wenig später geht es weiter mit dem Trainingsprogramm.

Später, in der Fragerunde, erfahren die Kinder, dass auch Max, der Große, in seiner erfolgreichen Zeit als Aktiver hier und da mal den Ball abbekommen hat. Fünf Nasen- und einige Fingerbrüche — aber „ alles verheilt und immer mit viel Spaß und Motivation weiter trainiert“.

Nach dem Hallentraining der Drittklässler dürfen sich die Schüler aus den Klassen zwei bis vier auf dem Parcours auf dem Schulhof versuchen. Talentsichtung mit den Fragen. „Wie schnell kannst du dribbeln? Wie hart ist dein Wurf, wie treffsicher und wie schnell ist du?“

Der Besuch des AOK-Teams soll kein Eintages-Ereignis bleiben. Regionale Handballvereine werden von der Gesundheitskasse ins Star-Training eingebunden. So hofft man, dass nun auch der ein oder andere Grundschüler der Hülser Straße demnächst als Spieler beim Training in Vorst oder St. Tönis vorbeischaut.

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