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Neersen: Hänsel und Gretel und die Blechbläser

Neersen : Hänsel und Gretel und die Blechbläser

Vinhovenschüler bereiten sich gerade auf das Märchenspiel vor. Sie führen es gemeinsam mit den Jungen Blechbläsern NRW auf.

Neersen. „Ein Männlein steht im Walde“ und „Brüderchen, komm tanz mit mir.“ In diesen Titeln steckt Musik und Choreographie. Bald zu hören und zu sehen. Denn die Jungen Blechbläser NRW und die Schüler der vierten Klasse der Vinhovenschule in Neersen folgen musikalisch Spuren von „Hänsel und Gretel“. Gemeinsam präsentieren sie das Märchenspiel von Engelbert Humperdinck in der Bearbeitung von Hans-Joachim Drechsler.

Foto: Siedler

Rektorin Julia Anders über die erste Aufführung der Vinhoven-Viertklässler vor Probenpublikum

Die musikbegeisterte Tochter von Rektorin Julia Anders hat den Kontakt zwischen Neersen und dem Ensemble eingefädelt. Anders ist schon voller Vorfreude. „Ich habe ein Faible dafür, mit unseren vierten Klassen zum Abschluss der Grundschulzeit etwas Außergewöhnliches zu machen.“ Und dieses Projekt, für das sich die Schüler seit den Sommerferien mindestens zwei Stunden pro Woche einsetzen, wird besonders. Eine erste „Vorstellung“ vor Proben-Publikum hat Julia Anders gezeigt: „Die Kinder setzen das bombastisch gut um.“

Das Stück ist angelegt für einen Erzähler, ein Blechbläserensemble und die zwei Klassen, ideal für ein Publikum aus Kindern im Vor- und Grundschulalter. Zu erleben ist der jeweils gut einstündige Doppelauftritt im Forum des St. Bernhard-Gymnasiums in Schiefbahn am Samstag 18. November, einmal um 15 und um 17.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Eine Aufführung, geteilte Proben. Die Jungen Blechbläser NRW sind für die musikalische Umsetzung zuständig. Das 15- bis 20-köpfiges Ensemble setzt sich aus Musikern aus Nordrhein-Westfalen zusammen, die zwischen 13 und 22 Jahren alt sind. Sie haben schon beim Bundes- und Landeswettbewerb von „Jugend musiziert“ ihr Talent unter Beweis gestellt. Die Bläser bereiten sich mit Dirigent Tobias Füller vor. Sie studieren Lieder und Musikstücke der Oper in der Bearbeitung fürs große Ensemble ein.

Julia Anders über die Proben bei CD-Musik

In Neersen ist zugleich Handfestes zu tun. „Die Kinder sind die Kulisse. Sie machen sich Gedanken um Szenen, Choreographie und Bühnenbild.“ Sie seien begeistert bei der Sache, schwärmt Anders. Mit ihren Kolleginnen Annette Laqua, Musiklehrerin, und Angela Steffling, Kunstlehrerin, begleitet sie die Viertklässler mit Rat und Tat. Die bleiben, das ist Julia Anders wichtig, „aber eigenverantwortlich“. Und das, sagt sie, können sie.

Die Musik kommt zurzeit noch von der CD. Anders: „Daher üben wir vor allem Flexibilität ein, damit es im Zusammenspiel mit den live spielenden Musikern am Aufführungstag klappt. Unser Tipp an die Kinder: Hört auf die Musik und lasst euch tragen.“

Musiker und Vinhovenschüler setzen sich intensiv mit dem historischen Stoff der Oper auseinander. Und damit, wie man ihn auf die Bühne bringen kann. Wie wird die Hexe besonders gruselig? Wie kann der „Abendsegen“ mit seinen 14 Engeln musikalisch und szenisch zu einem Ruhepol des Stückes werden?

Eltern unterstützen das Projekt, helfen mit Kostümen aus dem Fundus. Die Schule steuert aus früheren Aufführungen Requisiten für die Kulisse bei. Tiere, Bäume, Pilze, denn „Hänsel und Gretel“, die verirrten sich ja im Wald.