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Grundschule Hülser Straße: Eltern bieten "Gesundes Frühstück" an

Grundschule Hülser Straße : Gesundes Frühstück in der Schule

Eltern der GGS Hülser Straße bieten mittwochs Brötchen, Obst und Gemüse an. Schüler nehmen das Angebot, das noch gratis ist, gern an.

„Darf ich auch zwei Brötchenhälften?“ Der Junge, der nun fast mit der Nase vor der durchsichtigen Thekenabdeckung steht, bekommt ein aufmunterndes „na klar“  zu hören.  Daraufhin wandern seine Augen noch einmal über die Auslage: Aufschnitt, Käse, daneben Schüsseln mit portioniertem Obst. Diesmal sind besonders große, tiefrote Erdbeeren dabei. Einen Handgriff weiter sind Birnen in dünne Spalten geschnitten.

Der Grundschüler zeigt auf Salami  und Gurkenscheiben. Ein paar Momente später verlässt er den Raum mit einer randvoll gefüllten Dose. Jetzt ist Zeit für seine Portion vom „Gesunden Frühstück“ in der Grundschule Hülser Straße.

Brötchen schmieren für 334 Jungen und Mädchen in 14 Klassen

Inken Pasch beobachtet  das Kommen und Gehen der Jungen und Mädchen an diesem Morgen mit einem zufriedenen Lächeln. Alles läuft wie am Schnürchen. Die frische Buffet-Ware sieht appetitlich aus. Alle Schüler stellen sich geduldig an und gehen gesund beschenkt in die große Pause.

Inken Pasch, Pia de la Barré, Nicole Sangs und Jennifer Wählen sind die vier Mütter, die die Initiative „Gesundes Frühstück“  angestoßen haben. Aus der Idee auf einem Schulpflegschaftsabend ist ein Eltern-Projekt geworden. 21 Helfer gehören zum Team. Bisher wurden vier Frühstücke ausgegeben.  „Wir haben eine sehr engagierte Elternschaft“, sagt Pasch und Schulleiterin Beate Jakobs pflichtet ihr bei. „Dieses Frühstücksangebot, das ich vom Michael-Ende-Gymnasium kenne, war mein großer Wunsch für unsere Schule“, sagt Jacobs. Vor dem Start hat man sich am MEG und auch in Grefrath in der Grundschule umgesehen, Erfahrungen abgeschöpft.

Brote schmieren für 334 Hülser-Straßen-Schüler – das ist schließlich weit mehr als das Tischdecken für die Familie zu Hause.  Was mögen die Kinder? Welchen Aufschnitt bietet man ihnen an? Wo wird eingekauft? Wie teuer darf es sein? Wer liefert Obst? Wer holt Brötchen? Listen wurden erstellt, Jobs aufgelistet, Zeiten abgesprochen. Die Pilotphase ist nun abgeschlossen.  Einkaufsmengen wurden berechnet, Abläufe in der Küche optimiert: Das   Elternteam will  ab Sommer die Frühstückstaktung erhöhen. Pasch: „Dann soll es unser Gesundes Frühstück alle zwei Wochen mittwochs für unsere 334 Schüler geben.“ Es werden ausschließlich Roggenbrötchen und Geflügelwurst gekauft.

„Anfangs waren die Kinder mit der Auswahl überfordert“, sagt Pasch. Mittlerweile merke man, dass die Dosen voller würden. Die Kinder wissen, was sie erwartet. Sie gehen an der Theke auf Entdeckungsreise, trauen sich, mehr auszuprobieren. „Melone ist der Hit“ ,sagt Pasch. Diesmal sind es die Erdbeeren, das Obst der Saison. Immer gilt: Was da ist, ist da.“

260 Euro kostet das gesamte Frühstück für alle 14 Klassen. Ohne Sponsoren ginge das nicht.  Der Obsthof Unterweiden liefert Obst und Gemüse. Metzgerei Wenders den Aufschnitt, Bäckermeister van Densen die Brötchen. „Alle haben uns gute Preise gemacht.“

Dennoch werden weiter Spenden des Fördervereins, von Sponsoren und Projekt-Einnahmen notwendig sein. Noch gibt’s das Frühstück umsonst. Förderanträge hat die Schule  gestellt. Nach den Sommerferien könnte es  möglicherweise eine Umlage für das dauerhaft eingeführte Angebot geben.