Ausstellung in Neersen Kombination aus malerischer Installation und Skulptur

Neersen · Gisela Happe und Jáchym Fleig zeigen ihre Werke von Sonntag an in der Galerie Schloss Neersen. Was die ungewöhnliche Ausstellung bietet.

 Mit ihren „monströsen Auswucherungen“ erwecken die Installationen von Jáchym Fleig die Vorstellung einer Vereinnahmung des Raumes durch fremde Wesen.

Mit ihren „monströsen Auswucherungen“ erwecken die Installationen von Jáchym Fleig die Vorstellung einer Vereinnahmung des Raumes durch fremde Wesen.

Foto: Martina Pipprich

(Red) Eine ungewöhnliche Ausstellung ist ab sofort in der Galerie Schloss Neersen zu sehen: Unter dem Titel „fluvial“ präsentieren Gisela Happe und Jáchym Fleig eine interessante Kombination aus malerischer Installation und Skulptur.

Gisela Happes Interesse als Malerin gilt den Strukturen, Farben und Formen der Natur, die sie mit der Kamera festhält, um ihnen anschließend ein malerisches Echo auf transparenten Trägern zur Seite zu stellen. Mit ihren „monströsen Auswucherungen“ erwecken die skulpturalen Installationen von Jáchym Fleig die Vorstellung einer Vereinnahmung des Raumes durch fremde Wesen. Die scheinbare Naturnähe wie beispielsweise zu Wespennestern oder anderen Tierbauten „folgt aber dem strategischen Kalkül künstlerischer Setzung“, sagt Jutta Saum vom Kulturteam der Stadt Willich: „Natur kann wie Kunst aussehen, aber eben auch Kunst wie Natur.“

Gisela Happe, 1956 in Düsseldorf geboren, arbeitet in den Bereichen Malerei und Fotografie. Bildträger ist transparentes Acrylglas. Ihre Bildfindungen bewegen sich zwischen Mikro- und Makrokosmos des Natur-Raums; sie sind gekennzeichnet von der Spannung zwischen Transparenz und Lichtundurchlässigkeit, Dynamik und Ruhe. Malerei als Transformation von Linien, Figuren und Verflechtungen der Natur. Als Bildträger bevorzugt sie transparente Acrylglas-Scheiben, auf die Farben Schicht um Schicht aufgebracht werden: „Meine Motive finde ich auf Wanderungen in der Natur. Im Rheinland, Hunsrück und in Island. Mir geht es um den Transfer vorgefundener Strukturen des vom Menschen direkt wahrnehmbaren Bereich – dem Mesokosmos der Natur – in den malerischen Prozess.“

In Jáchym Fleigs (1970 geboren in Villingen-Schwenningen) Arbeiten zeigt sich die Kunst von ihrer „besitzergreifenden und unheimlichen Seite. Manche meiner skulpturalen Installationen erwecken die Vorstellung einer Besiedelung des Raumes durch riesenhafte Insekten.“

Arbeiten Fleigs zeigen sich von ihrer besitzergreifenden Seite

Die abstrakt-formalen Qualitäten der plastischen Gebilde erfüllen sich, so der Künstler, „in der Verbindung mit Vorhandenem – Raum oder Ding: Die Installationen wirken schlüssig, als hätte das befallene Gebäude oder Objekt (der Wirt) selbst das wuchernde, wesenhafte Geschehen ausgebrütet. Auf diese Weise lustvoll-einnehmend und mit ernstem Humor, besetzen meine Installationen die ,Wirklichkeit´“. Zur Vernissage am Sonntag begrüßte Willichs Bürgermeister Christian Pakusch die Gäste, Emmanuel Mir (Kunstwissenschaftler aus Düsseldorf, Lehrauftrag für Kunstgeschichte an der Freien Akademie der Bildenden Künste, Essen) hat eine Einführung gegeben. Jetzt sind die Werke bis zum 10. November mittwochs bis freitags von 17 bis 19 Uhr sowie samstags, sonntags und an Feiertagen von 11 bis 17 Uhr zu sehen.

(msc)
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