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Getötete Igel: Polizei setzt auf Hilfe von Jugendlichen

Getötete Igel: Polizei setzt auf Hilfe von Jugendlichen

Die Ermittler intensivieren die Fahndung. Ein Flugblatt ist in Arbeit. Landeskriminalamt hilft beim Täterprofil.

Willich. Wer hat die 13 Igel in Willich getötet und angezündet? Die Fahnder sind ratlos. „Wir haben noch kein Täterprofil. Es gibt keinen konkreten Hinweis auf eine Person“, sagt Antje Heymanns, Pressesprecherin der Polizei. Tatenlos sind die Ermittler nicht. Sie gehen jedem Hinweis nach. Kripo, Streifenpolizisten vor Ort und Beamte der Willicher Wache suchen das direkte Gespräch mit Bürgern. Vor allem mit jungen Leuten.

„Wir gehen davon aus, dass der Tatverdächtige entweder ein Einwohner von Willich ist oder aber ein Externer, also jemand von außerhalb, der sich regelmäßig in Willich aufhält, hier eventuell arbeitet, einen engen Bezug zur Stadt hat“, sagt Heymanns.

Um das Täterprofil zu schärfen, haben die Ermittler Kontakt zu den so genannten Profilern beim Landeskriminalamt (LKA) aufgenommen, die im Zusammenhang mit dem „Fall Mirco“ bekannt geworden sind. „Sie wollen und werden uns helfen, haben aber noch mit einem anderen Delikt zu tun, das Vorrang hat“, sagt Heymanns.

So konzentrieren sich die Ermittler auf die Zeugensuche vor Ort. Die Fahndung wird intensiviert. Heymanns: „Wir bereiten ein Flugblatt vor, das an Tankstellen, in Schulen, an öffentlichen Orten aufgehängt wird.“ So erhoffe man sich weitere Hinweise von Leuten, „die zur Hochzeit der öffentlichen Berichterstattung vielleicht in Urlaub waren“.

Die Fundorte der 13 Tierkadaver waren bis auf eine Ausnahme in Willich, ein Schwerpunkt war Wekeln. Ein toter Igel wurde auf einem Spielplatz in Anrath entdeckt. Aus Schiefbahn ist bislang kein Fall bekannt (siehe Kasten rechts).

Weil sich die Fundorte um Treffpunkte von Jugendlichen ranken, die sich abends auf Spielplätzen aufhalten, „haben wir versucht, die jungen Leute mit ins Boot zu holen, sie dafür zu sensibilisieren, Augen und Ohren aufzuhalten“, sagt Heymanns.

Im direkten Gespräch seien die Jugendlichen sehr offen und verhielten sich kooperativ. Auch sie seien der Meinung, „dass diese Tierquälerei ein „no go“ ist“. Heymanns: „Sie wissen, dass es nichts mehr mit Ehrenkodex zu tun hat, niemanden zu verpfeifen. Auch für sie ist eine Schmerzgrenze überschritten. Wir hören von den Jugendlichen: Wenn wir was wüssten, würden wir es sagen.“ Umso mehr wundert es die Ermittler, immer noch keinen konkreten Hinweis auf den Täter oder die Täterin zu haben. Heymanns: „Wahrscheinlich handelt es sich um einen Einzelgänger, der nicht mit seinen Taten prahlt.“