Gesamtschüler setzen Heimweg künstlerisch um

Gesamtschüler setzen Heimweg künstlerisch um

27 Gesamtschüler haben sich künstlerisch mit ihrem „Heimweg“ beschäftigt. Ab 14. Mai werden ihre Werke gezeigt.

Willich. Im Klassenraum unter der Mensa der Robert-Schuman-Europaschule wird emsig geklebt, gemalt und ausgeschnitten. 26 Mädchen des siebten Jahrgangs sind mit Eifer bei der Sache. Auch ein Junge ist dabei: Ben Rehms (13) schneidet gerade aus einem Pappbogen ein Speichenrad aus, an das er dann Fotos heftet. „Schade, dass hier so wenig Jungs mitmachen“, sagt er.

Die 27 Gesamtschüler nehmen gemeinsam im Fach „Darstellen & Gestalten“ am Foto-Kunstprojekt „Heimweg mit allen Sinnen“ teil. Vor etwa drei Wochen haben die Siebtklässler damit begonnen, ihren Schul-Heimweg genauer zu beobachten, haben mit der Handy-Kamera oder mit dem Fotoapparat der Eltern Schnappschüsse gemacht. Sie sind gerade dabei, diese zu kleinen Kunstwerken zu montieren.

„Die Schüler waren voller Ideen“, sagt Künstlerin Beate Krempe aus Anrath, die mit den Fachlehrerinnen Ute Nießen und Ulrike Brasseler Tipps und Anleitungen gibt. Sie ergänzt: „Wir haben uns zu Beginn erst mal zu einem Spaziergang getroffen. Dabei sollten die Schüler ihre Sinne einsetzen — ihre direkte Umgebung riechen, hören und genau beobachten.“

Lea Butzen sah genau hin. Die 13-Jährige, die am Willicher Wacholderweg wohnt, entdeckte viel Müll auf dem Weg zur Schule. Auf einem ihrer Bilder sieht man acht weggeworfene Reklamezettel. „Sogar ein alter Sessel wurde einfach in die Landschaft geschmissen“, empört sie sich noch immer. Auch Ben ist der viele Müll auf den Straßen aufgefallen.

Bei den Sendrowski in Wekeln wurde gerade tapeziert. Die 14-jährige Bianca brachte davon Reste einer Blümchentapete mit, die sie mit den Fotos verziert. Auf den Bildern sind viel Grün und auch Schafe zu sehen.

„Meine Zwillingsschwester ist etwas naturverbundener als ich“, gesteht Janina, die mit der Kamera ihres Vaters mehr als 100 Fotos gemacht hat und sich bei der Auswahl nicht immer entscheiden konnte. Auf ihren Fotos entdeckt man neben dem Straßenpflaster, ihrem Fahrrad oder der Türklingel auch ihr Lieblingsgeschäft, einen Bücherladen.

Andere haben die Fotos zu einem Jeep zusammengesetzt, mit Ölfarben ihre Straßenzüge ausgemalt, Collagen entworfen oder an Ästen, Girlanden oder Lichterketten die Bilder gehängt oder geheftet.

Auf vielen Bildern spielt die Musik eine Rolle. „Schließlich höre ich auf dem Weg fast immer Musik“, sagt Nora (14). Sie hat aus einem Kleiderbügel die Halterung eines Mobiles gemacht, mit Noten und Kopfhörer.

Die Arbeiten sind noch nicht ganz fertig. Ausgestellt werden sie ab dem 14. Mai im Eingangsbereich des Hauptgebäudes der Gesamtschule.

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