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Germania Willich: Experten für zackige Musik

Germania Willich: Experten für zackige Musik

Konzertreisen führten die Germania Willich schon nach Spanien und in die USA.

Willich. „Ist denn heute schon Schützenfest?“ Das fragten sich einige Spaziergänger in der Ortsmitte. Deutlich waren zackige Märsche und moderne Kompositionen zu hören. Das „Epizentrum“ waren die Gartenanlagen von „Haus Grootens“ am Kaiserplatz.

Dort feierte das Willicher Tambourcorps „Germania“ sein 85-jähriges Bestehen. Auch der befreundete Spielmannszug „Gut Schlag“ Krefeld kam vorbei und gratulierte mit einem Auftritt.

„Germania“ war im Februar 1926 in der damaligen Gaststätte Windhausen, heute „Heidekrug“, an der Krefelder Straße gegründet worden. Dort war auch immer das eigentliche Vereinlokal. Erster Tambourmajor Guido Bohn (41):

„Und da der Wirt des Heidekrugs Ende des Jahres aufhört, haben wir uns nach einem anderen Lokal umgesehen.“ Herzlich wurden die derzeit 32 aktiven Spielleute im von Erik Maluschka geführten „Haus Grootens“ aufgenommen. Und dort wurde das Jubiläum mit über 200 Gästen gefeiert, darunter auch Willichs Bürgermeister Josef Heyes und zwei langjährige Tambourmajore: Karl von Bökel und Heinz-Josef Hendricks.

Das bekannte Willicher Tambourcorps, aus dessen Reihen mit Karl van Bökel (1975) und Bernd Kirchmair (1997) zwei Willicher Schützenkönige hervorgegangen waren, ist auch international unterwegs gewesen. Große Auftritte bei der New Yorker-Steubenparade (2000) und bei einem Musikfestival in Spanien (2003) wurden gespielt.

Es probt weiterhin montags, (ab 18 Uhr), in der Willicher Gesamtschule. 1. Vorsitzender Marcel Spaan und Guido Bohn sprechen die Einladungen aus: „Jeder, der Lust hat und etwas Lyra, Flöte oder auf der Trommel spielen kann, ist jederzeit bei uns willkommen.“

Über 20 Auftritte hat „Germania“ im Jahr, der nächste wird beim Schiefbahner Schützenfest (18. bis 21. Juni) sein. Und natürlich freuen sich die Musiker schon auf ihr „Heimspiel“, wenn vom 8. bis 12. Juli das 126. Willicher Schützen- und Heimatfest stattfindet. Auch dann werden die Liebhaber zackiger Marschmusik wieder auf ihre Kosten kommen.

Wer sich über das Trommlercops informieren will, kann dies zukünftig auch im „Haus Grootens“ tun. Guido Bohn: „Wir werden dort eine Info-Box aufstellen.“ Um die Ausbildung kümmern sich nach wie vor Karl-Heinz und Guido Bohn. Gerade wird mit dem jungen Jochen Laukötter ein zweiter Tambourmajor aufgebaut.