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Geländegängige Feuerwehrfahrzeuge der Marke Tatra in Willich präsentiert

Fahrzeuge der Marke Tatra : Bekommt die Willicher Wehr geländegängige Feuerwehrautos?

Willicher SPD-Politiker hatten Kontakt zu einer Firma aufgenommen, die Lkw aus Tschechien vertreibt. Zwei solcher Fahrzeuge wurden jetzt in Willich präsentiert.

(barni) Ist die Willicher Feuerwehr für Starkregenereignisse, Waldbrände oder andere nicht alltägliche Einsätze als Folgen des Klimawandels technisch optimal ausgerüstet? Der Vorsitzende der Willicher SPD, Lukas Maaßen, und sein Stellvertreter Andreas Winkler stellten sich diese Frage und luden jetzt Lars Friedrich aus Raesfeld im Kreis Borken ein. Der ist Tatra-Händler und sorgte nun dafür, dass am Samstag zwei Tatra-Feuerwehrfahrzeuge auf dem Gelände des Gründerzentrums vorfuhren – Fahrzeuge, die Fähigkeiten haben, die man bei den vorhandenen Einsatzfahrzeugen vergeblich sucht. Zur Begutachtung waren auch Vertreter anderer Feuerwehren aus dem Kreis Viersen und der Krefelder Berufsfeuerwehr gekommen.

Die Fahrzeuge aus Tschechien genießen in unseren Breitengraden Exotenstatus. In Brandenburg wird man sie bald öfter sehen: „Wir haben dort eine Ausschreibung gewonnen und werden 55 Fahrzeuge ausliefern“, sagte Lars Friedrich. Es handelt sich dabei um Zwei- und Dreiachser – Fahrzeugtypen, wie sie jetzt auch in Willich vorgestellt wurden. Die auffallend flachen und bullig wirkenden Fahrzeuge gehören in die Kategorie „besonders geländegängig“, da können die hier in der Region eingesetzten Fahrzeuge nicht mithalten. Und sie können durch 1,20 Meter tiefes Wasser fahren.

Das größere der beiden Modelle kann üppige 9000 Liter Löschwasser aufnehmen und 500 Liter Schaummittel. Der bullige 460 PS starke Dieselmotor stammt von der US-amerikanischen Firma Cummins, das Getriebe der Marke Allison wird aus Großbritannien bezogen.

Was Markus Mertens von der Krefelder Berufsfeuerwehr auffiel: „Die Fahrzeuge machen einen sehr robusten Eindruck.“ Die Frage sei nur, ob man in Krefeld solch ein Feuerwehrauto brauche. „Die Kollegen aus Niederkrüchten waren sehr angetan“, verriet Mertens. Und er kann auch verstehen, warum: „Die Tatras haben Vorteile bei Waldbränden.“ Dazu gehören Wasserdüsen, die Flammen unter dem Fahrzeug ersticken – das ist wichtig, um die Druckleitungen nicht zu zerstören.

Der Willicher Wehrführer Thomas Metzer erklärte, er könne keine Einschätzung abgeben: „Da müsste ich mich intensiver mit auseinandersetzen.“ In den ausgedehnten Grenzwäldern seien die Tatras zu empfehlen, sagte er.