Für die Restaurierung des ehemaligen Hochaltars der Anrather Kirche St. Johannes Baptist werden alte Fotos gesucht.

Pfarrkirche St. Johannes Baptist : Kirchbauverein St. Johannes lässt Hochaltar restaurieren

Der Verein rechnet mit Kosten in Höhe von 80 000 Euro. Im kommenden Jahr sollen die Arbeiten erledigt sein.

„Wir lassen die Kirche im Dorf“ – dies ist seit der Gründung im Juni 2006 die Devise des Kirchbauvereins St. Johannes Baptist Anrath. Der Verein hat im Laufe der Zeit durch viele Spender, Beitragszahler und Initiativen Hunderttausende Euro aufgewendet, um die 1898 errichtete neugotische katholische Pfarrkirche zu sichern und zu erhalten. Jetzt steht ein neues Großprojekt bevor.

„Es soll heute so eine Art Kick-Off-Veranstaltung sein“, sagt im Kirchenraum Beisitzer Ulrich Bons. Der Apotheker steht mit dem geschäftsführenden Vorstand (Peter Theisen, Klaus Fothen, Annette Hegger) neben dem Marienaltar, den 1898 der damalige Bürgermeister Carl Gierlichs gestiftet hatte und der in den Vorjahren vom Kirchbauverein grundlegend restauriert worden war. Von den Arbeiten der Stettiner Restauratoren waren die Verantwortlichen des Fördervereines dermaßen begeistert, dass diese wahrscheinlich auch den nächsten größeren Auftrag erhalten werden.

Es geht jetzt um den einst etwa vier mal acht Meter großen Haupt-, sprich Hochaltar, der nur noch in Fragmenten vorhanden ist. Im Zuge der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils verlor der Hochaltar in den 1960er-Jahren immer mehr an Bedeutung. Es sollte alles moderner werden; der Pfarrer sollte nicht mehr mit dem Rücken zu den Gläubigen die Eucharistiefeier zelebrieren, sondern der Gemeinde zugewandt.

Der Verein sucht alte Bilder, auf denen der Altar zu sehen ist

Dazu wurde der Altartisch, die Mensa, mit ihren kleinen Marmorsäulen und Messingreliefs abgebaut und nahezu vollständig zerstört. Die Predella, ein Sockel, der damals auf dem Altartisch stand, konnte noch gerettet werden. Diese befindet sich derzeit im Archiv der Pfarre. Außerdem wurden aufwändig geschnitzte Holzfiguren zum Teil schwer beschädigt, die Figur des Sebastianus 1973 sogar gestohlen. Andere Figuren, wie Matthias und einige Engel, sind neben den Szenen aus dem Alten Testament zwar teilweise noch vorhanden, müssen aber grundlegend überarbeitet und ergänzt werden.

„Das größte Problem ist, dass uns aussagekräftige Bilder fehlen, die uns weitere Details über das frühere Aussehen des Hochaltars geben könnten“, sagt Ulrich Bons und appelliert an die Bürger, dem Verein entsprechende Fotos, von früheren Hochzeiten oder anderen Ereignissen vor diesem Altar, zur Verfügung zu stellen.

Fest steht, dass der Kirchbauverein dem Hochaltar seine Würde wiedergeben und ihn jetzt wieder aufbauen will. Vor etwa zwei Jahren war der erste Kostenvoranschlag eingeholt worden. Dieser lag für die gesamte Rekonstruktion bei rund 80 000 Euro. Von diesen Kosten geht der Verein auch heute noch aus. Weil das Bistum für die Unterhaltung und für die Bestandssicherung der Johannes-Pfarrkirche schon längst keine Zuschüsse mehr gibt, diese quasi aus Kostengründen „abgeschrieben“ hat, ist der Kirchbauverein neben dem Kirchenvorstand St. Johannes mit dem GdG-Vorsitzenden Jürgen Lenzen auf sich alleine gestellt.

Das größte Projekt, das bislang Kirchbauverein und Pfarrgemeinde bewältigt haben, war 2012 mit rund 160 000 Euro der Innenanstrich der Kirche. Für die Instandsetzung des Hochaltars verfügt der Kirchbauverein über ein gutes Startkapital. Sponsoren sind aber willkommen. Noch stehen Beschlüsse des Vereins als auch des Kirchenvorstandes aus. Bons ist aber zuversichtlich, dass die Vergabe der Steinmetz- und Restaurationsarbeiten in diesem Jahr erfolgen kann und es 2020 zur Instandsetzung kommt.

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