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Führungsriege des Löschzugs Vorst hat ihre Funktionen niedergelegt

Personalien : Rumoren in der Feuerwehr

Toni van Cleef hat seine Funktion als Löschzugführer Vorst niedergelegt. Seine Stellvertreter ziehen ebenfalls zurück. Diskutiert wird in Tönisvorst zurzeit außerdem die Installation eines hauptamtlichen Wehrführers.

Stadtbrandmeister Toni van Cleef hat am Dienstag seine Funktion als Vorster Löschzugführer mit sofortiger Wirkung zurückgegeben. Van Cleef, der seit Juli 1981 in der Feuerwehr ist und als Vorster Löschzugführer 2015 die Nachfolge von Hans Holtschoppen übernommen hatte, ist nicht der einzige, der sich aus der Führungsverantwortung zurückgezogen hat.

Mit ihm haben auch Brandoberinspektor Bernd Heyer als Stellvertreter, und Brandoberinspektor Albert Roesges als Kassierer ihren sofortigen Rückzug von ihren Funktionen in der Leitungsebene bei Wehrführer Rolf Peschken angezeigt.

Das Schreiben der drei Vorster ist Peschken am Dienstagnachmittag um 16 Uhr vorgelegt worden. Eine Stunde später sei der Löschzug Vorst informiert worden, so Peschken.

Er, wie auch Bürgermeister Thomas Goßen, betonen ausdrücklich, dass „die Einsatztätigkeit des Löschzugs Vorst von diesem Vorgang nicht betroffen ist“. Die Einschätzung teilt auch Kreisbrandmeister Rainer Höckels, mit dem die WZ zu dem Vorgang ebenfalls gesprochen hat. Eine Stellungnahme zu dem Rücktritt der Vorster Riege hat Höckels aber nicht abgegeben. Das sei, betonte er, „eine kommunale Angelegenheit“.

Die Begründung für den Schritt der Vorster bleibt zurzeit für Außenstehende noch unklar. Auf Nachfrage der WZ bei Toni van Cleef bat dieser darum, sich vor dem Gespräch mit der Presse zunächst das Einverständnis des Bürgermeisters einholen zu wollen. Zu einem weiteren Gespräch mit van Cleef ist es am Donnerstag nicht mehr gekommen.

Feuerwehrchef Peschken macht keine weitere Amtszeit

In personellen Fragen ist seit einigen Monaten einiges in Bewegung in der Tönisvorster Feuerwehr. Rolf Peschken hatte im März zunächst in einem Vier-Augen-Gespräch mit Bürgermeister Goßen angekündigt, keine weitere Amtszeit über den 30. September 2021 hinaus anzustreben. Peschken wäre dann 59 Jahre alt. Die Generalversammlung der Feuerwehr wurde anschließend darüber informiert. Peschken sagt, er habe auch einen Nachfolger vorgeschlagen. Es handelt sich um Jens Griese aus dem Löschzug St. Tönis.

Dies habe er, so Peschken, auch mit seinen Stellvertretern Toni van Cleef (Vorst) und Hans-Gerd Wolters (St. Tönis) besprochen und von beiden das Signal bekommen: „Ja, der wäre der Richtige.“

Im Oktober hat Toni van Cleef dann seinerseits Bürgermeister Goßen, Feuerwehrchef Peschken und Kamerad Wolters darüber informiert, dass er sein Amt als stellvertretender Wehrführer zum Ende des Jahres niederlegen werde. „Aus persönlichen Gründen“, zitiert Peschken van Cleefs Begründung.

Bürgermeister Goßen hat daraufhin – in Absprache mit Peschken – Jens Griese Kreisbrandmeister Höckels gegenüber für das Amt des stellvertretenden Wehrführers ab dem 1.1. 2020 vorgeschlagen.

Dazu wird es am kommenden Montag eine Anhörung geben. Die Stadt, namentlich der Bürgermeister, hat alle Abteilungen der Gesamtwehr Tönisvorst mit den beiden Löschzügen, der Jugendfeuerwehr und dem Musikzug dazu eingeladen. Ein Stimmrecht haben die Feuerwehrleute aber nicht. Sinn und Zweck der Anhörung ist, dass sich Kreisbrandmeister Höckels im Fortgang des Verfahrens ein Bild davon machen kann, wie die Freiwillige Feuerwehr Tönisvorst zu der Personalie Griese steht. Von dessen Eignung seien alle überzeugt, sagt Peschken.

Kommt Höckels anschließend zu der Bewertung, Griese sei als Kandidat geeignet, wird er ihn wiederum Bürgermeister Goßen vorschlagen, der anschließend den Kandidaten-Vorschlag für das Amt des stellvertretenden Wehrführers mit in den Stadtrat nimmt. Der Rat beschließt.

Seit einiger Zeit ist in Tönisvorst auch das Stichwort „hauptamtlicher Wehrführer“ ein Thema. „Ich unterstütze das“, sagt Kreisbrandmeister Höckels, der darin auch eine Entlastung der Ehrenamtler sieht. Es ist seine Empfehlung für Kommunen mit mehr als 15 000 Einwohnern, im Hinblick auf die besonderen Anforderungen und den Verantwortungsgrad der vielen Feuerwehraufgaben.

Auch Peschken ist der Meinung: „Das ist genau der richtige Weg. Es geht nicht anders. Ich weiß es aus eigener Erfahrung. Das ist sonst nicht mehr leistbar.“ Im Gespräch sei die Installation einer „feuertechnischen Stelle“, die der künftige Stelleninhaber als Mitarbeiter der Stadt zu 100 Prozent für alle Belange rund um die Feuerwehr ausfüllen soll. Peschken selbst ist zurzeit bei der Stadt als Sachbearbeiter der Ordnungsbehörde angestellt.

Die Vorster, so Feuerwehrchef Peschken, reiben sich an der Einrichtung eines hauptamtlichen Wehrführers. Warum, könne er nicht sagen. Es seien bereits Gespräche geführt worden. Ob das Niederlegen der Leitungsfunktionen in Vorst mit dieser Diskussion im Zusammenhang steht, konnte Peschken nicht bestätigen. Sicher ist: Die Entscheidung über den Stellenplan erfolgt am 19. Dezember, wenn der Rat über den Haushalt 2020 abstimmt.