Lossprechung: Freude über den Gesellenbrief

Lossprechung : Freude über den Gesellenbrief

Für 26 Bäcker und 36 Fachverkäufer im Bäckereihandwerk hat die Gesellenzeit begonnen. In Anrath wurden sie nun geehrt.

Im großen Saal der Gaststätte Schmitz-Mönk in Anrath herrscht absolute Stille. Gerade hat Obermeister Rudolf Weißert die zukünftigen Gesellen gebeten aufzustehen. „Kraft meines Amtes als Obermeister der Niederrheinischen Bäcker-Innung Krefeld-Viersen-Neuss spreche ich Sie von den Pflichten des Lehrvertrages los und erhebe Sie hiermit in den Gesellenstand. Herzlich Willkommen in unserer Handwerkerfamilie“, sagt Weißert. Tosender Beifall setzt ein, und 62 frisch ernannte Gesellen in den Berufen Bäcker und Bäckereifachverkäufer sind glücklich. Ein Ziel ist erreicht, auf das die jungen Menschen über drei Jahre hinweg mit Zielstrebigkeit und Leistungsbereitschaft hingearbeitet haben.

Viel Lob von Weißert für die geleistete Arbeit seitens der ehemaligen Lehrlinge sowie für das Engagement, mit dem Ausbildungsbetriebe und Schulen ausbilden und unterrichten. „In Deutschland gibt es 9021 Studiengänge, die an einer Hochschule zum Abschluss Bachelor führen. Darunter welche wie Life-Coaching, Fitnesswissenschaften, Food Sciences for inovation and authenticity oder luxury, fashion and sales management. Und was kann man damit machen? Nix“, sagt Axel Fuhrmann indes in seiner Festrede. Eine Aussage, die zu einem spontanen Applaus bei der Lossprechungsfeier führt. Dann geht der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Düsseldorf auf die Ausbildungsberufe in Deutschland ein, 326 an der Zahl, die allesamt mit einer Gesellenprüfung oder einer Facharbeiterprüfung enden. „Und was kann man damit machen? Alles! Sie können direkt gutes Geld verdienen, die Meisterprüfung anstreben, in der Wirtschaft neue Tätigkeiten ausüben“, fängt er an aufzuzählen. Mit dem Gesellenbrief in der Tasche habe man bewiesen, dass man einen Beruf beherrsche, fügt er an.

Wie viel Freude der Beruf den frisch an den Start gehenden Gesellen macht, verdeutlichen die strahlenden Gesichter, als die Gesellenbriefe verteilt werden. „Ich habe einen Beruf, bei dem ich am Ende eines Tages sehe, was ich geleistet habe“, bemerkt Sarah Glomm, die nach der Fachoberschulreife über ein Praktikum zu ihrem Beruf gefunden hat. Die 23-jährige Willicherin hat die Prüfung zur Bäckerin dabei als Jahrgangsbeste im Kreis Viersen abgelegt. Nun soll noch die Ausbildung zur Konditorin erfolgen und später der Meister. Nicht minder strahl Lucas Achten. Nach einem abgeschlossenen BWL-Studium setzte der 26-Jährige die Ausbildung zum Bäcker obenauf, da „ich in eine Bäckerei eingeheiratet habe“, wie er erzählt.

Waren präsentieren und mit dem erlernten Fachwissen Kunden beraten war hingegen schon immer der Wunsch von Naomi Leven. „Mit macht es Freude, mit Menschen zu arbeiten und sie gut zu beraten. Gerade bei Lebensmitteln ist aufgrund der heute oft auftretenden Allergien eine gute Beratung immens wichtig“, sagt die 25-Jährige, die mit der Ausbildung zur Bäckereifachverkäuferin ihren Traumberuf gefunden hat und stolz darauf ist, in ihrem Berufsfeld ebenfalls Jahrgangsbeste im Kreis Viersen zu sein.