Flüchtlingshäuser werden bald bezogen

Flüchtlingshäuser werden bald bezogen

Die Zahl der Menschen, die nach Willich kommen, ist deutlich kleiner geworden als 2015. Aber die beschlossenen Neubauprojekte werden nach wie vor benötigt.

Willich. Als 2015 eine große Zahl von Flüchtlingen nach Deutschland kam, fiel im Willicher Stadtrat im November des gleichen Jahres ein klarer Beschluss: Neubauten müssen her, um die Menschen, die der Stadt zugewiesen werden, vernünftig unterbringen zu können. Nur zwei Vertreter der CDU stimmten damals dagegen, in Neersen und Schiefbahn entsprechende Bauprojekte umzusetzen. Seitdem ist die Zahl der Geflüchteten, die nach Willich kommen, aber stark zurückgegangen, weshalb aus Kreisen der CDU immer mal wieder die These in den Raum gestellt wird: „Diese Häuser brauchen wir für die Flüchtlinge gar nicht mehr.“

„Unsinn!“, weist der Erste Beigeordnete Willy Kerbusch solche Behauptungen barsch zurück. Bis Ende Juli seien die vier Häuser am Niersweg und die neun Wohneinheiten an der Fontanestraße komplett bezogen. Zwei Häuser am Niersweg sind es schon jetzt. Die insgesamt fünf Häuser an der Nell-Breuning-Straße in Neersen (ein Dreier- und ein Zweier-Block) folgten bis Herbst, so Kerbusch. Einzig für das Mehrfamilienprojekt am Rubensweg im Schiefbahner Dreieck habe man mittlerweile eine „Umwidmung“ zu 22 normalen Sozialwohnungen beschlossen.

„Menschen mit echter Bleibeperspektive“, so Kerbusch, würden in den Flüchtlingshäusern untergebracht — vor allem Familien. Und er unterstreicht nochmals die Notwendigkeit, diese Häuser zu bauen: „Wir müssen diese Leute aus dem Flüchtlingsdorf an der Moltkestraße holen.“ Dessen Nutzung ist nur bis Anfang 2020 geplant.

Noch schneller geht es mit dem ehemaligen Katharinen-Hospital: Das als Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) für Flüchtlinge genutzte Gebäude geht Ende des Jahres an die Stadt. Die ZUE mit ihren bis zu 450 Plätzen schließt dann — und die entsprechende Zahl an Flüchtlingen kann ab diesem Zeitpunkt der Stadt Willich zur Unterbringung zugewiesen werden.

Reichen die vorhandenen Gebäude dafür aus? Nach Auskunft von Willy Kerbusch schon: Unter anderem halte man Plätze in der ehemaligen Kirche St. Maria Rosenkranz im Willicher Norden sowie an der Lerchenfeldstraße vor.

Der Erste Beigeordnete betont, dass sich die Stadt nicht nur um Flüchtlinge kümmere: Auch der soziale Wohnungsbau sei zuletzt mit zusätzlichen städtischen Fördermitteln angekurbelt worden. So seien allein 15 Sozialwohnungen in dem Neubau hinter der Anrather Kirche (Ecke Neersener Straße) entstanden, weitere 24 seien es zuvor gleich um die Ecke im Neubau gewesen, in dessen Erdgeschoss sich die Begegnungsstätte befindet. In Planung seien derzeit fünf Einfamilienhäuser für kinderreiche Familien in Alt-Willich.

Wie das Beispiel Rubensweg zeigt, ist für die Flüchtlingshäuser auch eine spätere Nutzung für Sozialwohnungen denkbar. 23 Wohnungen sind es am Niersweg, eine wird für den Hausmeister sowie als Betreuungs- und Schulungsraum genutzt. „In allen Fällen sorgen wir für eine enge Begleitung der Flüchtlinge“, hebt Kerbusch hervor.

Mehr von Westdeutsche Zeitung