Fliegende Kamera soll Willicher Feuerwehr helfen

Unterstützung aus der Luft : Eine Drohne für die Willicher Feuerwehr

Mit moderner Technik sollen künftig aus der Luft zum Beispiel Brandnester oder hilflose Personen aufgespürt werden. Rund 20 000 Euro werden investiert.

Die neue Technik ist nicht nur ein Spaßfaktor, sondern kann eine sehr nützliche Unterstützung bei Feuer oder ABC-Schadensfällen sein: Die Freiwillige Feuerwehr Willich will 2019 eine Drohne anschaffen, um ihre Arbeit zu verbessern. Die Verwaltung stellte das Konzept auf Antrag der FDP im Ausschuss für Abgaben, Gebühren und Satzungen vor.

Dabei gibt es grundsätzlich einen Unterschied: Drohnen, die zum Beispiel von Rettungsorganisationen oder Behörden genutzt werden, unterliegen besonderen Anforderungen und haben andere Berechtigungen, um effektiv arbeiten zu können – es handelt sich um Fluggeräte mit einer „BOS-Zulassung“ (Zulassung für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben). In Willich ist diese Zulassung wichtig, weil die Stadt im Einzugsgebiet zweier Flughäfen liegt – aber die Feuerwehr die Drohne situationsbedingt einsetzt und nicht vorher einen Flugkorridor festlegen kann.

Die von der Feuerwehr geplante Drohne könnte mit zwei Kameras – einer normalen und einer Infrarot-Kamera – ausgestattet werden. Damit liefert sie bei einer Überfliegung Bild-Informationen und Informationen zu Temperatur-Unterschieden – hilfreich beim Aufspüren von Brandnestern oder hilflosen Personen. Die Feuerwehr will zwei Mitarbeiter speziell darauf schulen, die Drohne zu bedienen: Einer soll sich auf die Flugsteuerung konzentrieren, einer die Kamera bedienen und die Bilder auswerten.

Die Drohne kann zum Beispiel zum Überfliegen von einsturzgefährdeten Bereichen genutzt werden oder bei ABC-Einsätzen kontaminierte Bereiche überfliegen – sie kann auch mit Messgeräten ausgerüstet werden. Damit würde sie auch die Sicherheit der Rettungskräfte erhöhen.

Kämmerer Willy Kerbusch hat im Haushaltsentwurf 2019 bereits die Anschaffung eingeplant, aber in der Vorlage keine Kosten genannt.  Das habe er bewusst gemacht, antwortet Kerbusch auf Nachfrage von Uwe Rieder (CDU). In Willich ist es gängige Praxis, dass Verwaltung und Politik lediglich ein Gesamtbudget für die Feuerwehr einplanen. Dann entscheiden Feuerwehrleitung und die Löschzugführer gemeinsam, wie der jährliche Etat verwendet wird. Als Hausnummer nannte Kerbusch im Ausschuss aber die Summe von 20 000 Euro für die Anschaffung der Drohne und die Schulungen.

Hendrik Pempelfort (SPD) wunderte sich über die Höhe der Summe, Ralf Klein (FDP) lieferte präzisere Informationen: Die Drohne sei komplex, allein eine Wärmebild-Kamera koste „ein Schweinegeld“. Das überzeugte Pempelfort.

Die Drohne soll im Gerätehaus des Alt-Willicher Löschzugs mit den entsprechend geschulten Fachleuten stationiert werden. Sie kann aber auch bei Einsätzen in anderen Stadtteilen genutzt werden. Es sei ohnehin üblich, dass die Löschzüge sich gegenseitig mit Fachleuten und Spezialgerät unterstützen, merkte Florian Rick (CDU) dazu an.

Der Ausschuss stimmte dann einstimmig einer vom Vorsitzenden Hans Joachim Donath vorgeschlagenen Formulierung zu: Der Ausschuss nahm die Idee der Feuerwehr und den Haushaltsansatz des Kämmerers zur Kenntnis und begrüßte beides ausdrücklich.

Mehr von Westdeutsche Zeitung