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Finanzen: Für die Stadt Willich geht es wieder aufwärts

Finanzen: Für die Stadt Willich geht es wieder aufwärts

Gewerbesteuer-Einnahmen steigen, Rücklagen können gebildet werden. Preissteigerungen bereiten aber Sorgen.

Willich. Erst vor wenigen Jahren befand sich der Haushalt der Stadt Willich in einem kritischen Zustand: Als Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise waren die Gewerbesteuereinnahmen eingebrochen, die Jahre 2014 und 2015 wurden mit fetten Fehlbeträgen abgeschlossen, die Rücklagen waren aufgezehrt. Die Zeiten haben sich geändert: In der Ratssitzung am Donnerstag konnte Kämmerer Willy Kerbusch erklären: „Wir haben eine sehr positive Entwicklung.“

Dies war gleich an mehreren Punkten im Laufe der Sitzung zu erkennen. Zunächst konnte beim Bericht über das erste Quartal 2018 festgestellt werden: Die Gewerbesteuereinnahmen liegen drei Millionen Euro über den Prognosen. Auf Nachfrage von Raimund Berg (Grüne) erklärte Willy Kerbusch dazu: „Jetzt ist der Punkt gekommen, wo es wieder aufwärts geht.“ Vor allem die Aufstellung in der Breite bei den Betrieben mache sich positiv bemerkbar.

Wenig später trug Ralf Oerschkes (SPD) den Bericht des Rechnungsprüfungsausschusses für den Jahresabschluss 2016 vor. Auch hier gab es positive Nachrichten: Nach verlustreichen Jahren konnte 2016 mit einem Überschuss von 673 000 Euro abschließen. Dieses Geld ist in die Ausgleichsrücklage gelegt worden. „Wir brauchen einen gesunden Sockel“, betonte Oerschkes.

Er hatte noch eine zweite gute Nachricht: Eine Neubewertung des Straßenvermögens der Stadt führt zu einer Wertsteigerung von 9.6 Millionen Euro. Der Straßenraum war dafür mit hochauflösenden digitalen Farbkameras erfasst worden. Die so ermittelte Wertsteigerung sei „der wesentliche Grund für den Anstieg der Allgemeinen Rücklagen“, so Oerschkes.

Beim Blick nach vorne ging es um die Haushalts-Eckwerte 2019 und die mittelfristige Finanzplanung bis 2022. Willy Kerbusch rechnet hier mit einer Verbesserung in jedem Jahr in Höhe von 500 000 Euro. Der Kämmerer möchte die Kreditaufnahme beschränken, die Kassenkredite verringern und auf eine Nettoneuverschuldung verzichten.

Eine schlechte Botschaft hatte er trotzdem. Durch eine erhebliche Preissteigerung im technischen Bereich werde man verschiedene Objekte neu kalkulieren müssen. Erst jüngst musste für den Bau des zentralen Kreisverkehrs in Alt-Willich Geld nachgelegt werden, da die Ausschreibung schlechter als erwartet ausgefallen war. Kerbusch: „Früher hatten wir sechs bis acht Angebote, heute sind es oft nur zwei.“ Angebot und Nachfrage bestimmten den Preis. Eventuell werde man geplante Maßnahmen verschieben müssen.