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Feuerwehr in Tönisvorst: Kaum ein Wort zur Kommunikation

Führugs-Krise : Feuerwehr: Kaum ein Wort zur Kommunikation

Nach dem Rückzug der Führungsriege im Löschzug Vorst gab es Gespräche: „Guter Wille in Sicht.“

„Es gibt Kommunikationsprobleme!“ zitierte die WZ Ende November 2019 den Vorster Toni van Cleef. Van Cleef äußerte sich in dem Interview zu dem Rückzug der kompletten Führungsriege des Löschzugs Vorst. Ein einmaliger Vorgang in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr.

Löschzugführer Toni van Cleef und seine Stellvertreter Bernd Heyer und Albert Roesges hatten ihre Führungsfunktionen zurückgegeben und dies Feuerwehrchef Rolf Peschken schriftlich zur Kenntnis gegeben. Gültig „mit sofortiger Wirkung“. Dieser Status quo hat weiterhin Bestand.  Der Schritt schwächte nicht die Einsatzfähigkeit der Truppe im Ernst- und Einsatzfall.  „Es gibt zurzeit nur keinen mehr, der den Löschzug Vorst nach außen repräsentiert“, erläuterte van Cleef.

Erläutert hat er vor zweieinhalb Monaten auch, warum er und die beiden anderen Kameraden sich zu diesem gemeinsamen Vorgehen entschlossen haben: „Es gibt unterschiedliche Auffassungen, wie man mit Menschen in der Feuerwehr umgeht“, sagte van Cleef. „Es gibt ein Kommunikationsproblem auf der Führungsebene.“

Diese Ebene mit Vorstern und St. Tönisern umfasst sieben Personen. Namen nannte van Cleef bewusst nicht. Die Probleme umschrieb er so: „Es ist Sand im Getriebe. Das ist ein reines internes Führungsproblem. Wir haben es in diesem Kreis nicht geschafft, es abzustellen.“ Es gehe um Entscheidungsprozesse, darum, wie Entscheidungen vorbereitet, getroffen und kommuniziert werden.“ Das Problem habe sich nicht an einem Sachthema entzündet. Der Wille, es zu lösen, sei da, so van Cleef.  Es werde Gespräche geben, möglicherweise würden sie von externen Beratern begleitet.

Wie aber ist nun Prozess des Aufeinanderzugehens gelaufen? Ist die Kuh vom Eis? Diese Fragen hat die WZ Kreisbrandmeister Rainer Höckels und Tönisvorsts Bürgermeister Thomas Goßen gestellt.

Kreisbrandmeister Rainer Höckels  hat auf Anfrage der WZ die Angelegenheit der Feuerwehr Tönisvorst nicht kommentieren wollen. Stattdessen verwies er an Bürgermeister Goßen. Es handele sich um eine kommunale Angelegenheit. An dem Aufarbeitungsprozess war Höckels aber sehr wohl beteiligt. „Ich war beratend tätig“, sagt er.  Auf die Frage, ob er nun ein gutes Gefühl habe, antwortet Höckels kurz: „Die Tönisvorster müssen ein gutes Gefühl haben.“

Ähnlich zugeknöpft bleibt auch Goßen. Kaum Kommunikation zu den Kommunikationsproblemen in der Führungsriege der Feuerwehr. Goße bestätigte, dass es einige Gespräche gegeben habe. Ein Dutzend  wären zu viel gesagt. Zu Verzögerungen sei es unter anderem durch die Schwierigkeit  der Terminabsprachen gekommen. Schließlich handele es sich um Ehrenamtler, die auch berufstätig seien. Da sei es nicht immer einfach, alle unter einen Hut zu bekommen Aber, so Goßen: „Ich sehe vielfachen guten Willen.“ Er habe die Hoffnung, dass „wir bald zu einem guten Ergebnis kommen“.   Und dass dies auch gemeinsam kommuniziert werde. Im Moment weicht Goßen aber kein Stück von der Spielregel ab: „Miteinander und nicht übereinander reden.“

Das Thema Feuerwehr bleibt damit öffentlich in der Schwebe. Und dadurch weiter interessant.  Denn so viel Interpretationsspielraum ist geblieben: Zur Zufriedenheit aller ist das Kommunikationsproblem (noch) nicht gelöst.