Feuerwehr-Appell: Rettungswege frei halten

Sicherheit : Slalomfahrten verhindern

Viele Tönisvorster begrüßen den „Praxis-Test“ von Ordnungsbehörde und Feuerwehr.

Tagesordnungspunkt 10 des Tönisvorster Bau-, Energie-, Verkehrs- und Umweltausschusses am 1. Oktober wird sich mit einer Verwaltungsvorlage beschäftigen, die auf die gemeinsame Fahrt von Feuerwehr und Ordnungsamt durch den Stadtteil St. Tönis zurückgeht (WZ berichtete am Dienstag).

 Feuerwehrchef Rolf Peschken und Ralf Jeromin, Abteilungsleiter des Ordnungsamts, waren Anfang der Woche im Pipper-Gebiet unterwegs. Sie wollten dort Erkenntnisse sammeln, wie gut der Drehleiter-Wagen an einem Werktagabend durch die Straßen kommt, wo und ob es Engstellen durch parkende Autos gibt, die eine Alarmfahrt verlangsamen oder im Ernstfall gar stoppen würden.

Michaela Karth vom Vorstand der AWG nahm an Fahrt teil

Etliche Leser haben im Nachgang zu der Berichterstattung solche „Befahrungen“ begrüßt. Sie weisen in Facebook-Kommentaren auf weitere Straßen und Wohnviertel hin, in denen sie Nadelöhr-Situationen beobachtet haben. Als ein Beispiel wird die Ludwig-Jahn-Straße genannt.

 Feuerwehr und Ordnungsamt der Stadt stehen im engen Austausch über die Verkehrssituation. „Befahrungen“ als Praxis-Stress-Test finden immer wieder statt.

Am Montag war Michaela Karth vom Vorstand der Allgemeinen Wohnungsgenossenschaft (AWG) als Gast dabei. Sie interessierte unter anderem die Situation im Bereich Corneliusplatz und Corneliusstraße. Auf dem Garagenhof der Häuser Corneliusstraße 52 bis 64, die der Genossenschaft gehören, hatte die AWG Parkverbotsschilder angebracht. Früher stellten Mieter ihre Autos häufig direkt vor ihren Garagen ab, stellten den Platz auf dem Hinterhof zu.

Am Montag war der Bereich vor den Garagen tatsächlich frei. Autofahrer hatten ihre Wagen entlang des hinteren Bürgersteigs geparkt. Zu den Garagentoren waren einige Meter Platz. Für das Rangieren von Pkw kein Problem.

Für Frank Meier, der am Montag den wuchtigen Drehleiterwagen steuerte, kam es allerdings schon vorher zu einer Engstelle, als er von der Corneliusstraße aus in die schmale Zufahrt zum hinteren Hof einbog. Am Ende der Gerade parkten drei Autos, machten die Zufahrt eng. Eines der Fahrzeuge stand direkt neben einem Hydranten. Auch das könnte die Feuerwehr im Brandfall wertvolle Zeit kosten.

Michael Karth will Verkehrsteilnehmer für das Thema freie Wege für Retter sensibilisieren: „Immer wenn man sich als Pkw-Fahrer fragt, kann ich hier noch parken, sollte die Erkenntnis einsetzen, dass dann für die Rettungskräfte fast immer zu wenig Platz ist.“

Ordnungsamtsleiter Ralf Jeromin verarbeitet die Erfahrungen von Montag in der Vorlage: Er wird der Politik die Einrichtung von Halteverboten auf der Gerhart-Hauptmann-Straße und der Heinrich-Böll-Straße im Stadtteil St. Tönis vorschlagen.