Festspiele-Tribüne wird wieder voll

Nicht nur bekannte Gesichter wie Ottfried Fischer und Pierre Sanoussi-Bliss haben für einen guten Verkaufsstart gesorgt.

Neersen. In etwa fünf Monaten heißt es bei den Neersener Schlossfestpielen wieder „Bühne frei“. Am Nachmittag des 12. Juni hat der „Gestiefelte Kater“ seinen ersten Auftritt. Der Kartenverkauf für die Kulturreihe im Sommer läuft bereits seit Anfang Dezember. Und die Verantwortlichen zeigen sich vom bisherigen Ergebnis zufrieden.

Festspiele-Tribüne wird wieder voll

„Es war ein sehr guter Start, besser als bei der vorherigen Spielzeit“, sagt Doris Thiel, Geschäftsführerin der Festspiele, auf Nachfrage der WZ. Zum Stichtag 31. Dezember seien rund 6400 Tickets verkauft oder reserviert gewesen — 1300 mehr als im Vorjahreszeitraum.

Die Gesamtkapazität liegt bei mehr als 27 170 Karten. Ausverkauft ist noch keine Vorstellung, doch für die beiden Abende in Reminiszenz an Heinz Erhardt ist schon deutlich mehr als die Hälfte aller Plätze vergeben. Vorne in der Besuchergunst liegen zudem „Ziemlich beste Freunde“ und die „Feuerzangenbowle“.

Die Bandbreite der diesjährigen Spielzeit reicht vom „Impro-Battle“, bei dem Jugendliche ihr Improvisationstalent vor Publikum beweisen können, über Dürrenmatts „Besuch der alten Dame“, gespielt vom bekannten Hohenloher Figurentheater, bis zum zweistündigen Konzert zu Ehren Frank Sinatras.

Dabei scheint die Promi-Dichte im und rund ums Virmond’sche Schloss immer größer zu werden. Sorgte im vergangenen Jahr der ehemalige Fernseh-Moderator Michael Schanze („1,2 oder 3“) in seiner Rolle als „Pater Brown“ für großes Publikumsinteresse, kommt diesmal „Pfarrer Braun“ an den Niederrhein. Allerdings mimt Ottfried Fischer, sicherlich einer der bekanntesten Schauspieler Deutschlands, keinen Geistlichen auf Verbrecherjagd. Stattdessen präsentiert der an Parkinson erkrankte Bayer sein Kabarettprogramm „Jetzt noch langsamer“ an einem Abend im Ratssaal (12. Juli).

Ein weiteres bekanntes Gesicht ist Samuel Koch. Der Schauspieler, der seit einem Unfall in der Live-Show „Wetten dass . . .?“ querschnittsgelähmt ist, liest gemeinsam mit seiner Verlobten Sarah Elena Timpe den Briefwechsel zwischen der Widerstandskämpferin Sophie Scholl und dem Soldaten Fritz Hartnagel. Timpe gehörte schon im vergangenen Jahr zum Festspiel-Ensemble. Der Abend unter der Überschrift „Damit wir uns nicht verlieren“ findet am 13. Juli im Ratssaal statt.

Gleich zwei ehemalige TV-Ermittler sind in der Bühnenadaption des Erfolgsfilms „Ziemlich beste Freunde“ zu sehen: Pierre Sanoussi-Bliss („Der Alte“) und Matthias Freihof („Siska“) übernehmen die Hauptrollen. Premiere ist am 18. Juni, danach folgen diverse weitere Termine.

Vielleicht gelingt es den Festspielmachern, das letztjährige Ergebnis noch zu übertreffen: 21 484 Besucher waren 2015 zu den Aufführungen gekommen, was einer Tribünen-Auslastung von gut 83 Prozent entspricht (mehr als 90 Prozent bei den Abendstücken). Solche Zahlen hatte es in Neersen seit 2009 nicht mehr gegeben. Von der Politik kritisch hinterfragt wurde allerdings die geringe Auslastung des damaligen Kinderstücks — sonst Publikumsmagnet — von knapp 70 Prozent.