Kinderschutzbund Willich : Viel zu sehen auf dem Kinderfest

Eltern konnten sich über Vereins- und Betreuungsangebote informieren, Kinder hüpften, sangen und lauschten Geschichten.

Das Kinderfest des Kinderschutzbundes ist ein Publikumsmagnet. Am Sonntag, bei schönstem Sonnenschein, war das nicht anders. Groß war das Gedränge vor allem im Bereich des Kindertrödels vor dem Hauptportal und rund ums Schloss. Mario Sagner war mehr als zufrieden. Er kündigte weiteres Engagement seines Vereins an und sucht dringend Menschen, die sich beim Kinderschutzbund engagieren.

Nach vielen Jahren hatte Gudrun Schöninger das Fest zum ersten Mal nicht organisiert. Diese Aufgabe übernahm jetzt die 75 Jahre alte Helga Mücke – von einem Generationswechsel kann da keine Rede sein. Aber sie hatte einen guten Job gemacht. Dieter Lambertz war für den Trödelmarkt zuständig, gut 100 Anmeldungen versprachen ein reichhaltiges Angebot, und dadurch fiel es ganz schön schwer, sich einen Überblick zu verschaffen über die bunte Warenwelt. Alexandra Lochow aus Schiefbahn hatte beispielsweise gleich ganze Stapel von Kleidung mitgebracht, die ihrem dreijährigen Sohn nicht mehr passt. Tochter Lucie wurde gestern 13 Jahre alt und half mit beim Verkauf.

Für Kinder gab es viel zu naschen, schauen und auszuprobieren

Auf dem Trampolin konnten die Kinder sich Austoben, beim Entenangeln war Konzentration gefragt. Foto: Ja/Reimann, Friedhelm

Carmen Hernadi aus Mönchengladbach hat sich einen Jugendtraum erfüllt: Sie hat ein eigenes Spielezimmer, bekommt von Bekannten jede Menge Spiele geschenkt – kein Wunder, dass sie jetzt Dutzende Spiele, die sie doppelt hat, verkaufen wollte. Die kleinen Besucher waren einer Vielzahl von Reizen ausgesetzt: Hier das Blaulicht des Feuerwehrwagens, nicht weit davon entfernt Entenangeln im DLRG-Rettungsboot, ein Stück weiter leckeres Joghurt-Eis und nicht zu vergessen das riesige Trampolin.

Die Besucher mussten bei der Parkplatzsuche eine große Portion Geduld mitbringen. Auf dem Parkplatz vor dem Technischen Rathaus machte sich der zwölf Meter lange Bus der Willicher Jugendfreizeiteinrichtung „Die Hülse“ breit. Als Bürgermeister Josef Heyes um Punkt zwölf Uhr eine Begrüßungsansprache hielt, war das Fest schon sehr gut besucht.

Auf der Bühne wurde den zahlreichen Besuchern wieder enorm viel geboten, vom Schwertkampf des Judo-Clubs Schiefbahn über die Jonglagegruppe „Wirbelwind“ und die Aufführung der Ballettgruppe der Halle 22 bis hin zum Kindermitmachtheater mit dem Lila Lindwurm. Helga Mücke hatte auch für eine Märchen­erzählerin gesorgt: Diana Drechsler wartete in ihrem Tipi auf die kleinen Zuhörer. Mario Sagner gestand: „Ich kann gar nicht sagen, das wievielte Kinderfest es jetzt ist.“ Über künftige Herausforderungen und Aufgaben wusste der 50-Jährige dagegen deutlich besser Bescheid: „Im Oktober werden wir die Geschäftsstelle von Schiefbahn ins alte Krankenhaus nach Anrath verlegen – die Räume im Souterrain sind von der Stadt grundsaniert worden.“ Das Willicher Krematorium habe 30 000 Euro, die Sparkasse 9000 Euro zur Verfügung gestellt, und das ist auch gut so: „Die Möbel, die wir 1996 gebraucht gekauft haben, fallen jetzt auseinander.“

Sagner schwebt vor, den Vorkindergarten in den neuen Räumen an fünf anstatt wie bislang nur an drei Tagen anzubieten. Und er ist mächtig stolz, dass neben der Stadt jetzt der Willicher Kinderschutzbund den Offenen Ganztag in der Mühlenfeld-Grundschule übernommen hat. Andreas Ballnus, Erzieher im Offenen Ganztag an dieser Schule, konnte als Koordinator für die Betreuung gewonnen werden.

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