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Fachraumzentrum für weiterführende Schulen in Tönisvorst liegt weiter auf Eis

Schulzentrum in Tönisvorst : Schulen warten weiter auf Fachraumzentrum

Die Verwaltung soll eine Kostenschätzung für den möglichen Neubau eines Schulzentrums vorlegen. Bis dahin geht es beim Fachraumzentrum auch nicht weiter.

Es war ein demokratisch gefasster, einstimmiger Beschluss, der im Juni 2018 im Tönisvorster Schulausschuss verabschiedet wurde: Das Schulzentrum Corneliusfeld soll ein Fachraumzentrum bekommen. An den beiden weiterführenden Tönisvorster Schulen war die Freude groß, denn mit dem etwa 5,5 Millionen Euro teuren Neubau auf dem Schulhof sollten moderne Räume für den naturwissenschaftlichen Unterricht am Michael-Ende-Gymnasium und an der Rupert-Neudeck-Gesamtschule geschaffen werden.

Wichtiger Nebeneffekt: Aus den bisherigen zehn Fachräumen sollten Klassenräume werden, sodass das Schulzentrum dringend benötigte Unterrichtsräume hinzugewonnen hätte. Hätte, denn bis heute ist das Fachraumzentrum nicht gebaut, die Ausschreibung nicht veröffentlicht. Im April hat die neue Mehrheit aus SPD, Grüne, GUT und UWT den Beschluss auf Eis gelegt, indem sie die Verwaltung beauftragt hat, die Möglichkeit eines Neubaus für ein Mega-Schulzentrum auf dem Acker an der Vorster Straße zu prüfen.

„Bis zur Klärung dieser Frage wird die Verwaltung keine Architekten- und Planungsleistungen für den Neubau eines Fachraumzentrums am Schulzentrum ausschreiben“, teilte die Verwaltung auf Anfrage der CDU-Fraktion im jüngsten Schulausschuss mit. Für die rund 1500 Jugendlichen, die im Schulzentrum unterrichtet werden, hat das weitreichende Konsequenzen, denn die beiden Tönisvorster Schulen sind beliebt. 143 Kinder haben sich zum neuen Schuljahr am Michael-Ende-Gymnasium (MEG) angemeldet, 115 an der Rupert-Neudeck-Gesamtschule (RNG).

Außerdem hat die Oberstufe der RNG ab dem kommenden Schuljahr erstmals drei Jahrgänge, braucht also Platz für einen Jahrgang mehr als bisher. Und im Schuljahr 2025/26 geht erstmals kein Jahrgang vom Michael-Ende-Gymnasium ab, das zum Abitur nach neun Jahren zurückgekehrt ist. Dann muss wieder ein zusätzlicher Jahrgang untergebracht werden.

Am 1. Juli tagt der Stadtrat. Die Verwaltung will in der Sitzung eine Machbarkeitsstudie für ein mögliches neues Schulzentrum vorlegen. Ob der Stadtrat dann aber auch direkt eine verbindliche Entscheidung trifft, bleibt abzuwarten. Die Leidtragenden jeder weiteren Verzögerung sind in jedem Fall die 2000 Tönisvorster Gymnasiasten und Gesamtschüler.