1. NRW
  2. Kreis Viersen
  3. Willich und Tönisvorst

Ex-Werbering-Chef Uli Weckauf ist verärgert über SPD-Vorstoß

St.Töniser Innenstadt : Kritik an SPD-Antrag zum Stadtmarketing

Der frühere Werbering-Chef Uli Weckauf sieht darin einen Angriff auf alle, die sich ehrenamtlich engagieren.

Der SPD-Antrag zur Gründung und Anschubfinanzierung einer unabhängigen Stadtmarketing-Gesellschaft (die WZ berichtete) stößt nicht überall in Tönisvorst auf Begeisterung. Im Gegenteil: Für Uli Weckauf, früherer langjähriger Vorsitzender des Werberings St. Tönis ist verärgert über den Antrag der SPD. Besonders der Hinweis darauf, dass die öffentlichen Veranstaltungen „trotz allem begrüßenswerten Engagement des Werberinges“ nicht mehr attraktiv und zeitgemäß seien, sieht er als einen persönlichen Angriff auf alle, die sich in den vergangenen Jahren ehrenamtlich für das Stadtmarketing und für ein gutes Image der Stadt Tönisvorst eingesetzt hätten. Es wäre ja zu begrüßen, wenn man den Werbering in Sachen Stadtmarketing unterstützen wolle. „Aber dann muss man nicht gleich alles, was vorher passiert ist, schlecht reden.“

„Bisher hat die Stadt nie einen Euro für den Werbering übrig gehabt“, so Uli Weckauf. Nun sollen auf einmal 20 000 Euro zur Verfügung gestellt werden. „Man hätte vorher mal die Meinung des Werberings einholen können“, findet Weckauf. So oft habe man bereits den Vorschlag gemacht, dass die Stadt Mitglied im Werbering werden soll. In anderen Städten gebe es eine viel engere Kooperation und Unterstützung für die Händlergemeinschaften, die von Weihnachtsbeleuchtung bis hin zu Veranstaltungen viel für das gute Bild einer Stadt tun. Dies alles sei mit hohen Kosten verbunden. Steigende Sicherheitsauflagen hatten dem Werbering das Leben in den vergangenen Jahren schwerer gemacht. „Daran hat sich die Stadt in keinster Weise beteiligt“, so Uli Weckauf.

Die Verwaltung geht ohne Beschlussvorschlag in die Sitzung

In der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing, Gebäudemanagement und Liegenschaften am nächsten Dienstag, 2. April, 18 Uhr im Ratssaal im alten Rathaus an der Hochstraße wird der SPD-Antrag für eine neue Stadtmarketing-Gesellschaft beraten. Die SPD möchte die Innenstadt bei Veranstaltungen attraktiver machen, heißt es im Antrag. Die Verwaltung geht ohne Beschlussempfehlung in den Ausschuss und möchte erst einmal offene Fragen klären. Um sich aus der Praxis anderer Kommunen Impulse geben zu lassen, soll Sascha Terörde als Leiter der Stabsstelle „Zukunfts- und Strategiebüro“ in Bocholt berichten.

Die Zukunft des Werberings sieht Uli Weckauf übrigens keineswegs schwarz. Zwar haben Stefan Robben, Rino Caruana und Ulrich Peeren angekündigt, dass sie als Vorstand des Werberings aufhören und auf der kommenden Mitgliederversammlung auch nicht mehr kandidieren wollen. Aber neue Leute seien durchaus in
Sicht.

(ulli)