Event mit Biathlon lockte nur wenige Besucher an

Stadtfest in Willich : Herbstzauber: Der Wind trieb viele ins Warme

Das Wetter ließ eine gemütliche Stimmung kaum zu. Die Zahl der Besucher war überschaubar.

„Ohne den Wind wäre es richtig schön“, bemerkte ein Besucher des „Willicher Herbstzauber“ – er traf damit den Nagel auf den Kopf. Der eisige Wind dürfte viele Menschen davon abgehalten haben, sich dem „Herbstzauber“ hinzugeben. Und ausgerechnet auf dem Kaiserplatz schien er besonders unerbittlich zu wehen. Eine gemütliche Atmosphäre konnte da kaum aufkommen. Es gab aber dennoch einige lauschige Plätze – einer davon war das Kulturforum Willich im ehemaligen Schlecker-Ladenlokal. Dort hatte Julia Timmer ein Familienfest organisiert, bei dem die Kinder mit ihrer Kreativität im Mittelpunkt standen.

Nur wenige wollten
am Biathlon teilnehmen

Die Zahl der Besucher war am Sonntag insgesamt überschaubar. Hartmut Wächter, der den Biathlon organisiert hatte, zeigte sich enttäuscht: Viele Teilnehmer hatten abgesagt, darunter das Team der Freiwilligen Feuerwehr und die „VIP-Staffel“. Als Jugendteam war die C1-Fußballmanschaft des VfL Willich allein auf weiter Flur.

Nachmittags ging alles ruckzuck – kein Wunder bei lediglich drei Staffeln. Insgesamt sollten lediglich 16 „Herbstzauber“-Besucher am Biathlon teilnehmen. Sieger waren die Express-Fighters aus Borken, die für das Willicher Unternehmen GEL-Express an den Start gegangen waren. Dirk Harmeling (48) freute sich: „Wir haben den Titel erfolgreich verteidigt.“ Auf Platz 2 folgte die Staffel von „Easy-Fit“, einem Ableger der Halle 22.

In letzter Sekunde entschlossen sich vier Frauen mitzumachen. Sie belegten zwar den dritten und letzten Platz, stellten aber mit Fiona Schultze die Einzelsiegerin. Sie gewann ein Trainingswochenende mit dem ehemaligen Biathlon-Olympiasieger Fritz Fischer. Ob sie nächstes Jahr zeigen wird, was sie da gelernt hat?

Eigentlich war ja Glühwein-Wetter. Und tatsächlich duftete es vor der Genussmanufaktur Wajos an der Bahnstraße nach dieser Spezialität, die normalerweise erst zur Adventszeit angeboten wird. Etliche „Herbstzauber“-Besucher griffen da spontan zu – und hatten für einige Minuten als angenehmen Nebeneffekt keine kalten Finger mehr.

Gemeinsam wurde
eine Stadt getöpfert

Frieren, das war auch in den Geschäften, die geöffnet hatten, kein Thema, ebenso wie im bereits erwähnten Kulturforum Willich. Junge Besucher töpferten dort gemeinsam eine Stadt aus Ton, trugen Farben auf Luftballons auf und machten damit Drucke. Etwas ganz Besonderes: Mit Tinte angereicherte Seifenblasen wurden auf ein weißes Blatt Papier gepustet und schon war es fertig, das kleine Kunstwerk. Die Eltern freuten sich über kulinarische Spezialitäten aus Syrien und den Auftritt der Band „Nils Reißwolf“.

Zurück auf den Kaiserplatz: Für Rummelplatz-Atmosphäre sorgten unter anderem Angebote wie Luftballons, Lebkuchenherzen oder Popcorn. Petra Martens aus Meerbusch verkaufte Magnetschmuck, es gab heiße Maronen und Frank Tichelkamp von der Krefelder Brauerei Königshof hatte sogar etwas zu verschenken: Wer wollte, konnte einen Kasten „Königshof“ nach Hause tragen – allerdings ohne Alkohol.

Eltern, die gedacht haben, „Papa Clowni“ würde seine Späße nur mit dem Nachwuchs treiben, mussten sehr schnell umdenken: So mancher Vater wurde zum Tanzbären, sehr zur Freude der Kinder.

Mehr von Westdeutsche Zeitung