Erster „Schnee“ am Kreisverkehr

Wir befassen uns mit blauen Sternen, Schützen, Schlipsen und Winnetous Schwester.

Willich. Die WZ hatte darüber berichtet: Vor einigen Tagen bekämpfte die Willicher Feuerwehr eine lange Dieselspur, die ein Lkw verursacht hatte. Sie führte vom Raiffeisenmarkt in Alt-Willich bis ins Industriegebiet ,,Am Nordkanal“ in Schiefbahn. Sogar der Kreisverkehr in Alt-Willich musste deshalb gesperrt werden. Die Aufnahme, die der Löschzug Schiefbahn davon gemacht hat, hat das Zeug zum kuriosesten Foto des Jahres 2014. Das Bindemittel zum Aufnehmen der unliebsamen Flüssigkeit wirkt, als sei der erste Schnee gefallen. Und der Diesel darunter war mindestens genauso rutschig.

„Das ist ein bisschen wie Weihnachten für uns.“ Gertrud Autering freute sich über das große Geschenkpaket. Sie ist Beirats-Vorsitzende im DRK-Seniorenheim Moosheide und bedankte sich gemeinsam mit dem kommissarischen Heimleiter Matthias Walbröl bei den Vertretern des Allgemeinen Schützenvereins Willich (ASV). Marcus Fadi, ASV-König aus dem Jahr 2013, überbrachte mit seinen Ministern Rüdiger Jager und Uwe Forgber sowie Klaus Stark (stell. Geschäftsführer ASV) den Bewohnern des Seniorenheims Geschenke im Wert von rund 900 Euro, unter anderem eine Tisch-Kegelbahn. Das Geld dafür war bei zwei ASV Skat-Turnieren und einem Turnier der Gruppe „Donnerskat“, dem ASV-Geschäftsführer Michael Tenberken und Klaus Stark angehören, zusammengekommen.

Foto: Lübke

Ein besonderer Gast wird imSt. Töniser„Café himmlisch“ erwartet: die französische Schauspielerin Marie Versini. Wer kennt nicht die bezaubernde Schwester Winnetous Nscho-tschi, die in den Armen Old Shatterhands mit einem Liebesgeständnis ihren letzten Atem aushaucht?! Der nostalgische Nachmittag bietet in gemütlicher Atmosphäre einen Einblick in die Dreharbeiten zu den Winnetou Filmen. Wer „Nscho-tschi“ einmal aus der Nähe kennenlernen möchte, kommt am Dienstag, 18. November, 16 Uhr, ins Café Himmlisch, Hochstraße 26. Hinweis für alle Fans von Pierre Brice, alias Winnetou: Sie kommt allein.

Foto: Lübke

An der Wand, hinter dem Schreibtisch von Veronika Jurich im St. Töniser Krankenhaus, hängen vier Krawattenspitzen — ihre Trophäen vom Altweiberdonnerstag 2014. Eine davon gehörte dem Chef des Einkaufs, die andere Prokurist Andreas Schönleber. Und „die goldene Krawatte hatte Dr. Tizek extra noch einmal angezogen“, lacht Sekretärin Veronika Jurich, die im Vorzimmer von Professor Dr. Tobias Zekorn sitzt. Die bunten Zipfel vergangener toller Tage lässt Jurich immer ein Jahr lang hängen. Und weil die Session bald wieder losgeht, steigt auch die Vorfreude auf den nächsten Altweiberdonnerstag. Wobei, das hat Professor Zekorn schon eingeräumt, Karneval nicht so seine Sache sei. Da darf man einmal gespannt sein, welchen Binder er im Februar 2015 trägt.

Foto: Lübke

Beim Besuch von Weihbischof Karl Borsch in der Grundschule Vorst fragten die Kinder der dritten und vierten Klasse dem Geistlichen vor einigen Tagen „Löcher in den Bauch“. Doch der Kirchenmann, der aus St. Hubert stammt und das Thomaeum in Kempen besucht hat, nahm’s ganz locker und antwortete mit viel Humor. So, als er die Funktion seines Bischofstabes erklärte: „Wenn einmal ein Schäfchen ausbüxt, dient mir dieser Haken zum Einfangen.“

Foto: Feuerwehr; privat; Lübke

Sie erinnern sich an Maria Klasen, die emsige Sammlerin für den St.-Martin-Verein Willich, die in einem Büro an der Bahnstraße einfach kein Gehör fand? Dort war sie mehrfach abgewimmelt worden. Auch mit dem Hinweise einer Mitarbeiterin, „in die Tüten käme doch nur billiges Zeug“. Dass das nicht stimmt, hat Maria Klasen nun vor Ort geklärt, als sie mit zwei vollen Tüten im Haus zwei Senioren beschenkte und dabei auch einen Abstecher in das Büro machte. Maria Klasen: „Ich habe dann sogar den Chef angetroffen und tatsächlich noch eine Spende über fünf Euro bekommen. Die Sache hat mir doch keine Ruhe gelassen.“ Jetzt freut sie sich. Und der Verein sicher auch.

Die Anwohner der Niers in Neersen haben bei der laufenden Diskussion um die Ausweisung eines Überschwemmungsgebietes kompetente Unterstützung: Hubert von Grabczewsk ist als Vorstandsvorsitzender des Verbandes Wassergeschädigter Haus- und Grundstückseigentümer mit Sitz in Neuss ein absoluter Fachmann auf diesem Gebiet. Nach einer Info-Veranstaltung im Technischen Rathaus erhielt er jetzt eine Einladung nach Düsseldorf zum Justiziar der Bezirksregierung, dem er weitere Details zu alten Flurbereinigungsverfahren geben kann. Beide Herren sind offenbar heimliche Karnevalsjecken. Woher der Flüsterer das weiß? Nun, verabredet haben sie sich am 11.11. um 11.11 Uhr . . .

Die Weihnachtsmarken des St. Töniser Werberinges gibt es seit einigen Tagen — und auch schon die ersten negativen Rückmeldungen. Denn es wurde etwas geändert: Statt bislang zwölf Klebestreifen, die man selbst anfeuchten und aufkleben musste, kommen nun zwölf blaue Sterne auf die Loskarten. Über Facebook gab es dazu schon herbe Kritik. „Zu fummelig“, „Präzisionsarbeit vonnöten“ oder aber „die kleben nicht“ hieß es. Der Stadtflüsterer wollte sich selbst ein Bild machen, war Einkaufen — und hat im Selbstversuch festgestellt: Ein wenig fummelig ist es, aber man gewöhnt sich daran — und den Stern auf der Karte muss man auch nicht genau treffen. Hauptsache, er hält. Was er tut. Ohne Lecken und schlechten Geschmack auf der Zunge, wie in den Jahren zuvor.

Mitte September gab Jake Clemons, der Saxophonist von Bruce Springsteen, in St. Tönis bei Familie Beckers ein Wohnzimmer-Konzert. Fast 50 Leute erlebten den charismatischen Künstler solo und vollkommen unplugged. Und wenn Freunde schon zu jemandem nach Hause zu Besuch kommen, so dachten sich die Beckers, dann kann man ihn umgekehrt auch mal überraschen. Gedacht, geplant. Am vergangenen Wochenende waren die Koffer für einen Kurztrip gepackt: Dublin hieß das Ziel, wo Clemons — diesmal mit Band — im In-Club Whelan’s aufspielte. Nicht nur Ruth und Guido Beckers ließen sich von Jake Clemons mitreißen — über 400 weitere Fans auch. Nach dem Konzert gab es das für Jake übliche Meeting mit den Fans — und er war völlig überrascht, seine Gastgeber aus Tönisvorst in Irland begrüßen zu können. Beide hatten — neben Grüßen aus dem Wohnzimmer — auch Bilder und andere Erinnerungen an den Abend im Gepäck.

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